zur Navigation springen

Portionskaffee : Ein hart umkämpfter Wachstumsmarkt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nestlé hat den Portionskaffee erfunden und bekommt seit Jahren immer mehr Wettbewerber – bis hin zu den Discountern

svz.de von
erstellt am 31.Mai.2014 | 08:01 Uhr

So genannter Portionskaffee ist heute allgegenwärtig. Ob Kapseln oder Pads – das Geschäft brummt. Und Nestlé ist längst nicht mehr allein auf dem Markt. Dabei haben die Schweizer den Portionskaffee erfunden.

Eric Favre, Mitarbeiter in Nestlés Forschungs- und Entwicklungsabteilung, hatte die Idee, Kaffee portionsweise abzupacken und dann in speziellen Maschinen zu brühen. 1970 erfand er das Nespresso-System. Es wurde 1976 patentiert, aber erst zehn Jahre später eingeführt. Doch Nespresso war zunächst ein Flop. Erst 1991, als Jean-Paul Gaillard Nespresso-Chef wurde, ging es aufwärts. Und George Clooneys „Nespresso, what else?“ trug zum endgültigen Durchbruch bei.

Der Erfolg rief die Konkurrenz auf den Plan. 2001 brachte Douwe Egberts mit Philips das Senseo-System auf den Markt – mit Kaffeepads. Ähnlich einem Teebeutel sind hier sieben Gramm gemahlener Kaffee von 0,2 Gramm Spezialpapier umschlossen. Dieses Prinzip geht auf den Italiener Antonino Di Leva zurück, der die Ein-Portions-Dosis 1950 entwickelte.

Heute bieten alle namhaften Kaffeeröster Portionskaffee an. Als Pad oder in Kapseln. Allerdings sind nicht alle Systeme kompatibel. Zur Maschine passen nur bestimmte Kapseln. Jedoch gibt es inzwischen für Nestlés hochpreisiges Nespresso-System viele weitere Kapselanbieter – bis hin zu Aldi Süd. Und diese Wettberwerber sind erheblich günstiger im Preis.

In Schwerin werden aber Dulce-Gusto-Kapseln produziert. Das ist ein preiswerteres Nestlé-System als Nespresso. Doch es konkurriert eben auch mit vielen weiteren Portionskaffees. Nestlé versucht die neue Konkurrenz herunterzuspielen und bleibt gelassen: Die in Schwerin produzierten Kapseln erreichten zweistellige Zuwachsraten, erklärte Nestlé-Sprecher Alexander Antonoff: Auch künftig werde mit einem überproportionalen, zweistelligen Wachstum gerechnet. Der Konzern glaube an das Potenzial des neuen Systems mit Portionskaffee, hatte Nestlé-Europachef Laurent Freixe die Investitionsentscheidung für Schwerin begründet – eines der am schnellsten wachsenden Geschäftsfelder des Konzerns in Europa. Der Markt ist verlockend: Der Kapselverkauf sichert hohe Gewinnspannen. Im vergangenen Jahr legte der Absatz von Portionskaffee um 16 Prozent zu, teilte der Deutsche Kaffeeverband mit. Nestlé will im Schweriner Werk vor allem für Nord- und Osteuropa produzieren. Da gibt es offenbar großes Potenzial. Während in Deutschland 6,4 Kilogramm Rohkaffee pro Kopf im Jahr konsumiert werden, sind es in Finnland 12,1 Kilogramm und in Norwegen 8,69 Kilo. Die Polen liegen mit 3,06 Kilo zwar weit zurück – aber das kann sich entwickeln.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen