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17. November 2017 | 22:31 Uhr

Ein ganzes Dorf im Dschungelfieber

vom

svz.de von
erstellt am 04.Feb.2013 | 10:24 Uhr

Man gerade 160 Seelen zählt das kleine Prignitzdorf. Gemessen daran, hätte der Saal des Laaslicher Landgast hauses maximal zur Hälfte gefüllt sein dürfen. Denn allein 80 Akteure sorgten auf und hinter der Bühne, dass sich das Publikum gar trefflich amüsierte. Und das zählte am Samstag immerhin gut 170 Gäste, viele standesgemäß im Dschungeloutfit.

Die bogen sich vor Lachen, klatschten, schunkelten, sangen und tanzten, statt im Dschungelfieber dahin zu siechen. Den Grund lieferte der Laaslicher Carnevalsclub. "Ob Premsliner, Nebeliner oder gar Perleberger - bei uns trifft sich die Welt im Kleinen, wir machen gemeinsam Karneval", sorgt Präsident Carsten Höger für Aufklärung. Ohne die umliegenden Gemeinde auch nicht machbar.

Mittlerweile ist es die 45. Session, zu der die Laaslicher einladen und die zehnte, der Carsten Höger als Präsident vorsteht. Ihm zur Seite Vereinsvorsitzende Astrid Buls. Vielleicht inspiriert vom Dschungelcamp, "aber nur ein ganz klein wenig", betont der Präsident, hieß es dieses Mal: "Laaslich im Dschungelfieber". So saßen statt seiner Majestät samt Lieblichkeit eben Tarzan I., alias Erich Mewes, der übrigens stilecht in Tarzanmanier an einer "Liane" aufs Parkett schwebte, und seine Jane I., alias Susanne, auf dem Dschungelthron. Übrigens, im wahren Leben sind die beiden auch ein Paar und wohnen in Nebelin. Sie herrschten über das zwei- und vierbeinige Dschungelvolk. Und das zeigte sich nach Laaslicher Karnevalsart recht wild, ausgelassen, generations- wie eben auch dorfübergreifend. Auf der Bühne bzw. dem Parkett sorgten dafür das Nebeliner Männerballett, seit Jahren ein Hingucker und Brüller, die Haus- und Hofband Löcknitztaler Musikanten, vornweg Torsten Jacob, der zudem in der Bütt ein gewichtiges Wort mitredet und auch sonst sich recht kreativ gibt wenn es um den LCC geht, die Funken und die Teenies und natürlich die Büttenredner.

Zählt man die Kleinen, die zum Kinderkarneval ihren großen Auftritt haben, hinzu, so sind sie zwischen vier und knapp 80 Jahren alt, die Narren und Jecken, die weder Kosten noch Mühen scheuen, um die Lachmuskeln des Publikums mal wieder ordentlich zu strapazieren. Bereits in den Sommermonaten beginnen die Tanzgruppen mit dem Proben. Für die Choreografie und das Einstudieren zeichnet seit Jahren Susann Bretag verantwortlich. Die Jüngsten hat Christel Behrends unter ihre Fittiche, sie managet alles rund um das Kinderprogramm. Dabei hat sie etliche Helfer, denn so ein Sack Flöhe will erst einmal gehütet sein. Susann und Christel erhielten vom Präsidenten des Karnevalverbandes Berlin-Brandenburg am Samstagabend den Silberorden. Ebenso Raik Menzel, der seit Jahren in der Bütt und im Elferat mitredet.

Auch wenn die 70er-Tanzmädels bereits alle "Ü 50" sind, der Senior in der Narrenschar ist mit seinen 77 Lenzen Friedhelm Fehrmann. Ein echtes LCC-Urgestein, räumt Carsten Höger unverhohlen ein. Seit 45 Jahren, also von Anbeginn, mischt Friedhelm mit: ist Gründungsmitglied, war im Elferrat und führt seit vielen Jahren als Zeremonienmeister durch das Programm, geleitete Majestäten, Stars und Sternchen - die einen auf den Thron, die anderen aufs Parkett. Dafür gab es am Samstag den Ehrenorden des Karnevalsverbandes Berlin-Brandenburg in Gold.

Seitenfüllend ließe sich über den LCC berichten, von den acht bis zehn Mannen, die für den guten Ton, das rechte Licht natürlich mit Showeffekt sorgen und dafür, dass die Technik auf der Bühne funktioniert. "Sie bauen und werkeln, ohne sie stünden wir im Dunkeln", gesteht der Präsident. Zu berichten wäre von den Aktiven, die in den unterschiedlichsten Arbeitsgruppen monatelang an ihrem Part geprobt und gefeilt haben, und die unter der Regie des Präsidenten dann alles wieder zu einem tollen Programm zusammengefügt haben. Über das Landgasthaus Bauer aus Ferbitz, das in bewährter Weise für das leibliche Drumherum sorgt. Über die rund 40 Sponsoren, ohne die so moderate Eintrittspreise nicht machbar wären. Und über das Publikum, das dafür gesorgt hat, dass alle sieben Veranstaltungen wieder komplett ausverkauft sind.

Am 2. März sind alle Vereinsmitglieder und Sponsoren zur großen Dankeschönveranstaltung eingeladen.

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