Ein doppelter Nachname ist nur bedingt zulässig

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17. September 2012, 10:09 Uhr

Gibt es eine maximale Anzahl für Vornamen?

"Nein, die Anzahl ist nicht vorgeschrieben. Es liegt im Ermessen des Standesbeamten, wie viele Vornamen für ein Kind zugelassen werden", sagt Christina Kreth, Standesbeamtin im Standesamt Schwerin. "Normalerweise werden bis zu fünf Vornamen problemlos eingetragen."

Ob ein, zwei, drei, vier, fünf oder mehr Vornamen für ein Kind ausreichend sind, könne nur im konkreten Einzelfall unter Berücksichtigung des im Vordergrund stehenden Persönlichkeitsrechts des Kindes und unter Abwägung aller objektiven Gesichtspunkte entschieden werden. Die Anzahl der Vornamen darf das Kindeswohl nicht beeinträchtigen. "Dass sich ein Kind 14 Vornamen in richtiger Reihenfolge und Schreibweise merken kann, ist kaum vorstellbar. Hier gibt es eine einschlägige Rechtsprechung."

Wer bestimmt, wie das Kind mit Nachnamen heisst?

Wenn verheiratete Paare einen gemeinsamen Familiennamen haben, so heißt auch das Kind automatisch so. Haben Mutter und Vater nach der Hochzeit jeweils ihren Namen behalten, können sie wählen, welchen von beiden sie ihrem Baby geben wollen. Dieser Name gilt dann für alle weiteren gemeinsamen Kinder.

Sind die Eltern nicht verheiratet und hat die Mutter das alleinige Sorgerecht, trägt das Baby automatisch ihren Familiennamen. "Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass die Eltern den Namen des Vaters gemeinsam zum Geburtsnamen des Kindes erklären. Dies ist gebührenpflichtig", sagt Christina Kreth.

Bei gemeinsamer Sorge unverheirateter Eltern wird entweder der Nachname der Mutter oder des Vaters zum Geburtsnamen des Kindes.

Sind beim Nachnamen Doppelnamen erlaubt?

Wenn Eltern verheiratet sind, aber jeweils ihren Namen behalten haben, können sie nicht aus beiden einen Doppelnamen bilden. Elternteile, die durch eine Hochzeit einen Doppelnamen tragen und nach wie vor verheiratet sind, können diesen ebenfalls nicht auf ihr Kind übertragen. In diesem Fall wird der Ehename der Eltern zum Familiennamen des Kindes.

"Trägt eine unverheiratete - sprich geschiedene oder ledige - allein sorgeberechtigte Mutter einen Doppelnamen, wird dieser Doppelname automatisch zum Geburtsnamen des Kindes, es sei denn, dass die Eltern gemeinsam den Namen des Vaters, zum Geburtsnamen des Kindes erklären", sagt Christina Kreth.

Hat der Vater einen Doppelnamen, kann dieser Name also auch durch beide Elternteile zum Geburtsnamen des Kindes bestimmt werden.

"Das Namensrecht ist sehr kompliziert. Es ist daher ratsam, im Einzelfall im Standesamt nachzufragen."

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