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EHEC-Erreger in Deutschland: „Wir müssen weiter wachsam sein“

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Warnung vor dem tödlichen Darmkeim: Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hält es für nicht ausgeschlossen, dass die EHEC-Infektionsquelle nach wie vor aktiv ist. „Wir müssen weiter wachsem sein“ sagt er im Gespräch mit Christoph Slangen.

Die Zahl der EHEC-Fälle steigt dramatisch, doch die Behörden tappen weiter im Dunkeln über die Infektionsquelle. Worauf müssen die Bürger jetzt achten?

Bahr: Die Untersuchungsergebnisse des RKI weisen darauf hin, dass die EHEC-Infektionen mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Verzehr von rohen Tomaten, Salatgurken und/oder Blattsalaten erfolgt sind, die insbesondere in Norddeutschland auf den Markt gelangt waren. Das heißt, es bleibt bei den bisherigen Empfehlungen, vorsorglich auf den Verzehr von rohen Tomaten, Salatgurken und Blattsalaten, die insbesondere in Norddeutschland auf dem Markt erhältlich sind, zu verzichten. Der beste Schutz sind außerdem die üblichen Hygieneregeln.

Wird die Quelle der Infektionen je zweifelsfrei gefunden werden?

Die Lebensmittelbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Infektionsquelle zu identifizieren. Von früheren Ausbrüchen wissen wir allerdings, dass sehr oft die Infektionsquelle nicht eindeutig ausgemacht werden kann. Bei dem jetzigen Geschehen konnte die Quelle durch die Untersuchungen des RKI und der zuständigen Behörden vor Ort eingegrenzt werden. Weitere Untersuchungen laufen derzeit. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Infektionsquelle noch aktiv ist.

Ist der Höhepunkt der Zahl bei den Erkrankungen erreicht oder müssen wir uns auf immer mehr Fälle einstellen?

Es gibt weiterhin Neuinfektionen. Das RKI beobachtet die Entwicklung sehr aufmerksam und wertet laufend die gemeldeten Daten aus. Wir müssen weiter wachsam sein.

Das Erbgut des Erregers ist entziffert - wird nun bald eine Therapie möglich?

Seit gestern liegen zusätzlich umfangreiche Informationen über das Bakterium aus der Genomsequenzierung des aktuellen Ausbruchsstamms vor. Die neuen Erkenntnisse sind vor allem für die Identifizierung der Infektionsquelle wichtig. In der Therapie steht die Behandlung der Symptome im Vordergrund. Der Einsatz von Antibiotika ist nicht sinnvoll, da bei EHEC-Infektionen Gifte produziert werden, die durch Antibiotikagabe vermehrt freigesetzt werden und den Organismus schwer schädigen können.

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erstellt am 03.Jun.2011 | 08:33 Uhr

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