Mobilität : E-Bikes: So findet man das richtige Rad

Limitiert: BMW Cruise e-Bike.
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Limitiert: BMW Cruise e-Bike.

Pedelecs machen das Fahren durch den Elektromotor einfacher / Experten erklären, was Kunden beim Kauf beachten müssen

svz.de von
05. März 2014, 17:02 Uhr

Viele Radfahrer wollen nicht mehr ganz ohne elektrische Hilfe in die Pedale treten. Wer sich für ein Pedelec mit Tretunterstützung bis 25 km/h interessiert, sollte sich für den Kauf Zeit nehmen. Denn die motorisierten Bikes sind technisch komplex. Eine gute Beratung ist deshalb Pflicht.

Damit die Qualität stimmt, empfiehlt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), Pedelecs nur im Fachhandel zu kaufen. Solche Räder brauchen etwa eine stabilen Rahmen und gute Bremsen. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Bremsen mehr beansprucht werden“, erklärt Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV).

Die Größe des Modells und die Sitzposition des Fahrers müssen optimal sein, damit lange Touren Spaß machen. „Die Modelle unterscheiden sich doch sehr stark“, sagt ADFC-Sprecher René Filippek. „Der Rahmen muss passen, die anderen Komponenten sind nur für Feineinstellungen.“ Der Rücken dürfe nicht krumm sein, die Arme nicht durchgestreckt. Ein Fachhändler erkenne, ob ein Rad zum Kunden passt.

Ebenfalls wichtig ist die Wahl des Antriebs. Es wird unterschieden zwischen Vorderrad- und Hinterrad-Nabenmotoren und Mittelmotoren, die in den Rahmen integriert sind. Der Effekt ist unterschiedlich, erklärt Klaus Fleischer, Bereichsleiter E-Bike-Systeme bei Bosch. Einfach gesagt: Am Vorderrad zieht der Motor, am Hinterrad schiebt er, beim Zentralantrieb ist der Effekt in etwa neutral.

René Filippek zufolge geht der Trend in Deutschland zum Mittelmotor. Technisch und vom Fahrgefühl her bietet der Zentralantrieb Vorteile: „Er ermöglicht einen tiefen Schwerpunkt“, erklärt Fleischer. Dadurch entstehe ein Fahrverhalten wie bei einem normalen Fahrrad – das Zusatzgewicht des Motors beeinflusst die Steuerung des Zweirads nicht. „Mit einem Zentralantrieb kann der Radfahrer an der Hinterachse außerdem mit jeder Art von Schaltung fahren.“ Mit einem Nabenmotor ließen sich dagegen viele Schalttypen nicht kombinieren.

Sportliche Räder haben eher einen Hinterrad-Nabenmotor. Denn die Übertragung der Leistung ist größer. Allerdings gebe es damit eine große ungefederte Masse am Hinterrad, erklärt Fleischer. „Das ist von der Dynamik und Balance her eine ungeschickte Gewichtsverteilung.“ Ein weiterer Nachteil sei der schlechtere Wirkungsgrad: „Bei vergleichbar großer Batterie erzielen die Motoren eine geringere Reichweite.“ Ganz wesentlich ist das Thema Fahrgefühl: Wie ist der Antritt? Wie wird er umgesetzt auf den elektrischen Antrieb? Um das zu testen, ist eine Probefahrt nötig. „Man sollte auf jeden Fall ausprobieren, welche Einstellungsstufen es gibt“, rät Neuberger.

Die Technik sollte auf dem neusten Stand sein. E-Bikes vom Discounter hätten oft eine veraltete Akkutechnik, sagt Filippek. Ersatzteile gebe es oft nicht mehr, obwohl die Akkus irgendwann getauscht werden müssten. „In einem solchen Fall habe ich Elektroschrott.“ Als Preisrahmen für gute Pedelecs nennt Siegfried Neuberger etwa 1500 bis 2000 Euro im Durchschnitt. Der ADFC setzt höher an: Unter 1800 Euro seien in der Regel keine rundum empfehlenswerten Modelle zu finden.

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