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Hafenbilanz : Durchwachsene Ergebnisse im Seehafen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Umschlag geht 2013 in vielen Sparten zurück, legt aber insgesamt um 0,5 Prozent zu / Streit um die Hero-Millionen lähmt Investitionen

Trotz teils deutlicher Einbußen bei Stück-, Flüssig- und Fährgütern sowie Stagnation bei den Ro-/Ro-Gütern hat der Rostocker Seehafen im vergangenen Jahr insgesamt um ein halbes Prozent beim Umschlag zugelegt. Dieser betrug im abgelaufenen Jahr rund 21,4 Millionen Tonnen. Für den leichten Gesamtzuwachs ist die positive Schüttgutbilanz verantwortlich. Insbesondere die Getreide- und Düngemittel-Verschiffungen seien Erfolgsgaranten gewesen, sagt Ulrich Bauermeister, Chef der Hafen-Entwicklungsgesellschaft (Hero).

„Insgesamt spiegeln die Jahreszahlen 2013 die mäßige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa wider“, so der Hafenchef. Vom bisherigen Rekordumschlag von 27,2 Millionen Tonnen vor Beginn der Wirtschafts- und Währungskrise im Jahr 2008 sei Rostock noch weit entfernt. Als unvorhergesehene Bürden kamen im vergangenen Jahr die Bauverzögerungen auf der Bahnstrecke Rostock–Berlin, der vorübergehende Stillstand des Kohlekraftwerks und die Pleite der P+S- Werft in Stralsund hinzu. Letztere sollte zwei neue Fähren für die Gedser-Route von Scandlines bauen. „Wir hatten uns mit dem Einsatz der neuen Schiffe eine deutliche Verbesserung versprochen – das Gegenteil ist aufgrund der geringen Zuverlässigkeit der Verbindung eingetreten“, sagt Ulrich Bauermeister. Der Hafenchef rechnet erst Ende des Jahres mit der Inbetriebnahme des für viel Geld umgebauten Gedser-Terminals.

Die Zahl der Fährpassagiere auf den Linien nach Dänemark, Schweden und Finnland sei zuletzt auf 1,9 Millionen gesunken. Und die Konkurrenz sei nicht nur im Fährverkehr stark, wobei Rostock mit einer Seekanal-Tiefe von 14,5 Metern gegenüber Danzig mit 16,5 Metern Wassertiefe über einen Wettbewerbsnachteil verfüge.

Probleme bereitet auch der anhaltende Streit zwischen den Hero-Gesellschaftern um die Verwendung der Unternehmensgewinne. Land und Rostocker Bürgerschaft wollen sie im Unternehmen belassen, Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) will sie zum Teil ausschütten. Deswegen hatte das Land einen Fördermittelstopp verhängt. Folge: Statt geplanter Infrastruktur-Investitionen von 30 Millionen Euro betrugen diese nur 18 Millionen Euro. Wie lange der Streit noch andauert, ist unklar. „Die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens und aller hier ansässigen Unternehmen kann durch dieses Gebaren schon sehr bald massiv beeinträchtigt werden“, sagt Ulrich Bauermeister. Das werde dann auch Auswirkungen auf die Steuereinnahmen der Stadt haben.

Nicht von der Auseinandersetzung betroffen ist der Umbau des Terminals für den Kombinierten Ladungsverkehr (KV) für 17 Millionen Euro. Die im Mai 2012 gestarteten Arbeiten sollen im Februar abgeschlossen werden. Unter anderem dank zweier neuer Portalkräne wird die Umschlagskapazität der Schienen-, Straßen- und Schiffsgüter im Terminal verdoppelt. Schon jetzt konnte die Zahl der umgeschlagenen Trailer-Einheiten trotz des laufenden Umbaus um knapp 600 auf rund 64 850 gesteigert werden. „Wir sind mit dieser Entwicklung sehr zufrieden“, sagt Ulrich Bauermeister.

Ebenfalls eine Erfolgsgeschichte ist das Kreuzfahrtgeschäft. Nach dem Rekordjahr 2013 sind für das gerade angelaufene Jahr zwar einige Anläufe weniger eingeplant, „wir gehen wegen der Schiffsgrößenentwicklung aber von einer gleichbleibend hohen Passagierzahl aus“, so der Hero-Chef.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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