Durchbruch im Bahn-Tarifstreit

Vom späten Sonnabend Nachmittag bis Sonntag 15 Uhr beteiligten sich 205 Leser an unserer Umfrage. 69,8 Prozent stimmten gegen weitere Streiks.
Vom späten Sonnabend Nachmittag bis Sonntag 15 Uhr beteiligten sich 205 Leser an unserer Umfrage. 69,8 Prozent stimmten gegen weitere Streiks.

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13. Januar 2008, 03:47 Uhr

Im Tarifkonflikt bei der Bahn ist nach monatelangem Ringen ein Durchbruch für eine Einigung ohne neue Streiks geschafft. Die Spitzengremien der Lokführergewerkschaft GDL gaben am Sonntag einstimmig grünes Licht zur Vermeidung weiterer Arbeitskämpfe, wie der Vorsitzende Manfred Schell in Frankfurt sagte. Nach einem erneuten Treffen mit Bahnchef Hartmut Mehdorn am Sonnabend bei Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) seien mehrere Vereinbarungen getroffen worden, auf deren Basis ein Abschluss für einen eigenständigen Tarifvertrag bis Ende Januar erreichbar sei.

Ohnehin war die Zustimmung der Bevölkerung in der jüngsten Zeit deutlich zurück gegangen. Auch in einer Blitzumfrage unserer Online-Redaktion sprachen sich 69,8 Prozent der Beteiligten gegen weitere Streiks aus.

Wie Schell sagte, soll es für die Zeit von Juli 2007 bis März 2008 eine Einmalzahlung von 800 Euro geben. Von März an sollen die Einkommen dann um acht Prozent erhöht werden, von September an um weitere drei Prozent. Dadurch ergebe sich eine Erhöhung um elf Prozent. Die Laufzeit sei bis Ende Januar 2009 vereinbart worden. Von 1. Februar 2009 an soll sich die wöchentliche Arbeitszeit dann um eine Stunde auf 40 Stunden bei gleichem Entgelt verringern.

Hauptvorstand und Tarifkommission der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatten am Sonntag den letzten Verhandlungsstand bewertet. Nach einer Verhandlungsrunde am Donnerstagabend hatte die GDL das Angebot der Bahn bei Entgelt und Arbeitszeit noch als unzureichend bezeichnet und ein Scheitern der Gespräche nicht ausgeschlossen.

Die Verhandlungen für eine Lösung des seit März 2007 schwelenden Konflikts waren kurz vor Weihnachten auf Druck der Bundesregierung wieder aufgenommen worden. Bereits am vergangenen Wochenende hatte die GDL eine Streikdrohung ausgesetzt.

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