Durchbruch: Eldebad gerettet

Daran hat kaum einer geglaubt: Das beliebte Eldebad vis-a-vis der Elde-schleuse Garwitz wird mit europäischen Fördermitteln nun aufwändig saniert. Die Matzlow-Garwitzer kommen ihrem Ziel, hier ein Gemeindezentrum zu etablieren, in diesem Jahr ein großes Stück näher.

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21. Februar 2008, 07:18 Uhr

Matzlow-Garwitz - Es war die Überraschung schlechthin, als kurz vor Weihnachten Bürgermeister Karl Schröder die Nachricht erreichte, dass Fördermittel in beachtlichem Umfang für die Umgestaltung des in die Jahre gekommenen Freibades zum Gemeindezentrum kurzfristig zur Verfügung stehen werden. „Die Hoffnung hatten wir nicht aufgegeben, aber eine Lösung für unser wohl schwierigstes Problem war lange nicht in Sicht“, weiß das Gemeindeoberhaupt sehr genau. „Die Bürger haben die Gemeindevertreter quasi getrieben und das hat sich auch gelohnt“, gibt Karl Schröder unumwunden zu.

Rückblick: Mit einem eigenen Bad erfüllten sich die Bewohner der Lewitzdörfer mitte der 60-er Jahre einen großen Traum. Geld und Material waren knapp und nur mit tatkräftiger Hilfe der Bewohner, die in der Freizeit zur Schippe griffen, konnte das Projekt verwirklicht werden. Zu denen, die seinerzeit mitmachten, gehörte beispielsweise auch Günter Butzmann, der dem Bad bis heute die Treue hält und als 68-Jähriger noch immer als Schwimmlehrer und Rettungsschwimmer aktiv ist. Umso mehr schmerzte auch ihn der zunehmend marode Zustand der Anlagen.

Der Zahn der Zeit hat Spuren hinterlassen. Die nur mit Farbe beschichteten Betonbecken bekamen Risse und mussten mit erheblichem Aufwand jeweils vor Saisonbeginn ausgebessert werden. „Die Helfer haben sich engagiert und doch blieb alles nur Flickschusterei“, sagt der Bürgermeister. Als im Sommer 2005 der 40. Geburtstag des Bades gefeiert wurde, mischte sich Resignation in die Feierlaune. Der Sanierungsaufwand war unübersehbar, aber die Gemeindekasse in argen Nöten. „Die Schließung des Bades wäre über kurz oder lang nicht mehr zu verhindern gewesen. Doch das war für niemand ein Thema“, so Karl Schröder.

Brüssel unterstützt die ländliche Entwicklung
In der Gemeindevertretung bestand Einvernehmen, dass alle Möglichkeiten zum Erhalt des Bades ausgeschöpft werden sollten. Pläne wurden diskutiert, obwohl die Finanzierbarkeit eine unüberwindbare Barriere zu sein schien. „Die Zielstrebigkeit wurde belohnt. Das neue Förderprogramm der EU favorisiert die Verbesserung des Lebens im ländlichen Raum und wir konnten zum richtigen Zeitpunkt ein tragfähiges Konzept vorlegen“, freut sich das Gemeindeoberhaupt, der Wert darauf legt, dass nur Teamarbeit zum Erfolg geführt hat. Inzwischen liegt der Förderbescheid vor. Damit ist gesichert, dass das mehrere hunderttausend Euro teure Vorhaben mit rund 80 Prozent Fördermitteln und Eigenmitteln aus der Rücklage der Gemeinde umgesetzt werden kann.

Auf der jüngsten Gemeindevertreter wurden die Pläne öffentlich vorgestellt. Ingrid Lipowski, die selbst im Ort wohnt, stellt das Konzept ihres Ingenieurbüros vor. Die drei vorhandenen Becken sollen mit einem Spezialkunststoff beschichtet und die bisherigen Fußbecken beseitigt werden. Im vorhandenen Sozialgebäude und der früheren Gaststätte Eldorado wird saniert und umgebaut. Entstehen werden ein Tourismusinformationszentrum und eine Begegnungsstätte für den Heimatverein der Gemeinde. Spielplatz und Wasserrutsche dürften den Spaßfaktor erhöhen. Und die Wasserzuführung bekommt einen zusätzlichen Filter. Noch im März sollen nach einer Ausschreibung Firmen den Zuschlag erhalten. „Im Juni muss alles fertig sein. Der Zeitplan ist anspruchsvoll, aber realistisch“, meint Karl Schröder, der sich wie viele schon auf das aufpolierte Bad freut.

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