zur Navigation springen
Neue Artikel

24. November 2017 | 18:00 Uhr

Dünne Personaldecke, dicke Chancen

vom

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2013 | 06:08 Uhr

Die Wahl der Spitzenkandidaten der Bündnisgrünen zur Bundestagswahl im September auf der Rostocker Landesdelegiertenkonferenz am Sonnabend zeigt erneut, wie dünn gesät das Spitzenpersonal im immer noch sehr kleinen Landesverband in MV ist. Schon bei der Wahl zum neuen Landesvorsitz im Oktober blieben letztlich am Wahltag nur noch zwei Bewerbungen für die obligatorisch besetzte Doppelspitze übrig, die Stralsunderin Claudia Müller als Neukandidatin und der bisherige Parteivorsitzende Andreas Katz aus Crivitz.

Dessen Frau Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzendes des Landesflüchtlingsrates, kandidiert jetzt auf Platz 2 der Landesliste für die Bundestagswahl hinter dem Rostocker Arzt Harald Terpe, der seit 2005 im Bundestag sitzt. Ja , in dem 600 Mitglieder zählenden Landesverband von Bündnis 90 /Die Grünen in MV dreht sich das Spitzenpersonal seit Jahren im Kreis, um so mehr, da die neue Landtagsfraktion mit ihren sieben Abgeordneten auch ausgefüllt sein will.

Nichts desto trotz spürt man von der Oppositionsarbeit der Bündnisgrünen im Land und im Landtag mitunter mehr, als von der großen Oppositionsfraktion der Linken. Zumindest aber müssen sich die Grünen nicht verstecken. Und genau das könnte eine Chance für die Partei sein, auch zur Bundestagswahl im September ordentlich zu punkten und das Landtagswahlergebnis von 8,7 Prozent im September 2011 vielleicht sogar noch zu überbieten. Ob es für 11,5 Prozent reicht, die notwendig sind, um auch dem Listenplatz 2 und damit Ulrike Seemann-Katz eine Chance zu verschaffen, ist und bleibt zweifelhaft. Aber verankert haben sich die Bündnisgrünen nach 16 Jahren außerparlamentarischer Opposition im Landtag und in der Landespolitik durchaus. Das wird auch auf die Bundestagswahl ausstrahlen. Um so mehr, da der Rostocker Harald Terpe es durchaus verstanden hat, sich in den Köpfen der Wähler hier und da zu verankern.

Hinzu kommt, dass nach wie vor die politische Großwetterlage in Deutschland den Grünen in die Arme spielt: Abkehr von der Atomenergie, Transparenz in der Politik und allem voran beim Verfassungsschutz, Energiewende, Asyl- und Flüchtlingspolitik und nicht zuletzt das Megathema Bio bei der Ernährung könnte den Bündnisgrünen trotz dünner Personaldecke selbst bei den oft konservativen Mecklenburgern und Vorpommern zu eine Schub an Wählerstimmen verhelfen. 2011 hat es gezeigt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen