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18. Dezember 2017 | 08:00 Uhr

Drogeriekette ist pleite

vom

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2012 | 08:20 Uhr

Ehingen | Fahles Neon-Licht, leere Schaufenster, einige alte Regale in der Ecke. Eine geschlossene Schlecker-Filiale im Stuttgarter Westen steht für die Misere von Deutschlands größter Drogeriekette. Die Krise des Familienunternehmens erreicht gestern ihren vorläufigen Höhepunkt, denn Schlecker geht in Planinsolvenz. Dabei hatten die Kinder von Unternehmensgründer Anton Schlecker, Meike und Lars, doch gerade erst so viel frischen Wind in das ziemlich angestaubte Imperium ihres Vaters Anton gebracht.

Während die Konkurrenten dm aus Karlsruhe und Rossmann aus dem niedersächsischen Burgwedel wuchsen und wuchsen, ist Schlecker seit geraumer Zeit in einer Schrumpfkur. Branchenkenner hatten der bisherigen Nummer eins bereits wenig Chancen eingeräumt, als sie vergangenes Jahr ihr neues Konzept vorstellte. Schlecker sollte heller, freundlicher, großzügiger werden, die Mini-Läden an jeder Ecke mit nur einer Verkäuferin der Vergangenheit angehören.

230 Millionen Euro wollten Meike und Lars Schlecker in die Hand nehmen, um zunächst rund 700 Filialen umzubauen. Dennoch wollten sie den ursprünglichen Ansatz ihres Vaters nicht aufgeben, möglichst auch in kleinen Orten und nicht nur in den großen Fußgängerzonen präsent zu sein. Doch letztlich ist das wohl das größte Problem des Konzerns: ein riesiges Filialnetz, bei dem manchmal Filialen nur wenige hundert Meter entfernt zu finden waren - mit einem ganz ähnlichen Sortiment.

Wie groß die Finanzlücke ist, die Schlecker gestern zum drastischen Schritt zwingt, darüber schweigt sich das Unternehmen aus.

Branchenkennern ist nicht klar, warum die Schleckers erst so spät versuchten, das Steuer rumzureißen. "Schlecker hat erst gegengelenkt, als es längst zu spät war.

Die Wettbewerber wurden mit jedem Tag stärker und Schlecker täglich schwächer", sagt der Discountexperte Matthias Queck vom Handelsinformationsdienst Planet Retail.

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