Drei Jahre Bauruhe: Jetzt gehts weiter

<fettakgl>Die Bauarbeiter der Firma Matthäi </fettakgl>haben jetzt die Stahlbetonwände des Beckens gegossen, im nächsten Monat folgt die Decke.  Dann werden die technischen Anlagen eingebaut.  <foto>Reinhard Klawitter</foto>
Die Bauarbeiter der Firma Matthäi haben jetzt die Stahlbetonwände des Beckens gegossen, im nächsten Monat folgt die Decke. Dann werden die technischen Anlagen eingebaut. Reinhard Klawitter

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21. März 2013, 10:31 Uhr

Die Tage für Schwerins älteste Baustelle sind gezählt: Das Regenüberlaufbecken am Nordufer des Pfaffenteichs wird spätestens im Sommer fertig sein. Nach drei Jahren Stillstand an der riesigen Baugrube zwischen Knaudtstraße und Spieltordamm neben dem Spielplatz haben die Arbeiten nun wieder begonnen. "Wir können jetzt endlich von einer rechtssicheren Position aus weiterbauen", sagt Christina Rutkowski von der Schweriner Abwasserentsorgung (SAE), die als Bauherr fungiert. "Wir haben das gerichtliche Beweissicherungsverfahren abgeschlossen. Jetzt geht es ganz schnell."

Der Hintergrund für die extrem langen Verzögerungen im Bauablauf: Anfang 2007 hatte eine Baufirma nach vorheriger Ausschreibung der SAE den Zuschlag für den ersten Bauabschnitt erhalten. Die eine Hälfte der Baugrube für das neue Regenüberlaufbecken wurde ausgehoben, der Wasserzulauf von der Alexandrinenstraße kurz vor der Aubachbrücke aus unterirdisch verlegt. Ende 2008 waren die Aufträge abgearbeitet. Die durch Spundwände gesicherte Baugrube und die bereits mit Unterwasserbeton gegossene Grundplatte wurden mit einem Erde-Kies-Gemisch zugekippt, so sollte die Baustelle überwintern.

Nach der Ausschreibung des zweiten Bauabschnittes belegte die Firma, die die Arbeiten begonnen hatte, nur den zweiten Platz. Die SAE war gezwungen, das günstigere Angebot zu nehmen und an eine neue Firma den Auftrag zu vergeben. Die Bauleute mussten den zweiten, größeren Teil der Baugrube ausheben und den unterirdischen Zulauf vom Bürgermeister-Bade-Platz aus verlegen. Auch der Notüberlauf zum Ziegelsee und der Anschluss an die Pumpleitung waren zu bauen. Doch als für den Einbau der Wanne die Mittelwand heraus musste, die die Gruben der beiden Bauabschnitte trennte, trat Wasser ein. Im Herbst 2010 war ein Weiterbau unmöglich. Was folgte, war ein langer Rechtsstreit. "Der wird uns wohl noch ein, zwei Jahr beschäftigen", sagte Lutz Nieke, Werkleiter der SAE, damals. Und er behielt Recht. Ein so genanntes Beweissicherungsverfahren musste eingeleitet werden, das erst jetzt abgeschlossen wurde. Doch zwischenzeitlich konnte bereits der von der SAE ausgeschriebene Auftrag für die notwendigen Reparaturen und die Fortführung der Arbeiten vergeben werden. Den Zuschlag bekam die Firma Matthäi aus Leezen. "Es ist ein versiertes Unternehmen, das aus der Region kommt, viele Referenzen hat und mit dem wir schon gute Erfahrungen gemacht haben", sagt Rutkowski zufrieden.

Nun also geht es mit Hochdruck weiter. Die Baugrube ist trocken, die Stahlbetonwände sind gesetzt und die Vorbereitungen für den Einbau der Decke getroffen. Diese soll in zwei, drei Wochen, wenn das Wetter besser ist, gegossen werden. Dann ist die Firma Pumpen und Pneumatik Service Danielis aus Schwerin an der Reihe, die die notwendigen technischen Anlagen einbaut. "Das ist Alltagsgeschäft für uns. Jede Baustelle hat zwar Eigenheiten, aber das ist kein Problem für uns", sagt Fred Danielis. "Das kriegen wir im Zeitplan hin."

Der sieht den Einbau des Pumpwerks bis Juni vor, dann erfolgt ein sechswöchiger Testbetrieb. Parallel dazu wird die Baustellensicherung abgebaut, werden die Grünanlagen rund um das Bauwerks wieder in Ordnung gebracht. Im August erfolgt dann die offizielle Inbetriebnahme des Regenüberlaufbeckens. Es ist als unterirdisches Durchlaufbecken mit integriertem Pumpwerk konzipiert. Bei trocknem Wetter wird das Schmutzwasser aus der Paulsstadt dem Pumpwerk zugeführt und vor dort über die Druckrohrleitungen zum Klärwerk nach Süd gefördert. Bei Regen wird das zulaufende Mischwasser im 630 Kubikmetfassenden Becken gespeichert und zeitversetzt zum Klärwerk gepumpt. Ist die Beckenkapazität ausgelastet, wird mechanisch vorgereinigtes Wasser in den Ziegelsee abgelassen. Die Schadstoffbelastung für den See reduziert sich um 41 Prozent.

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