Splitter : Drei Häuser im kleinsten Dorf Deutschlands

Charlottenhof aus der Vogelperspektive
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Charlottenhof aus der Vogelperspektive

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23. November 2015, 11:02 Uhr

Mit drei Einwohnern ist Charlottenhof das kleinste Dorf Deutschlands, in dem der stellvertretende Bürgermeister von Passow – Thomas Wulf – einen Gasthof betreibt. „Drei Junggesellen in drei Häusern, außer mir noch ein Landwirt und ein Bauingenieur“, sagt er und lächelt.

Zu DDR-Zeiten wurden zwei alte Scheunen abgerissen und dafür zwei Flachbauten errichtet, in denen Wulf heute Fremdenzimmer eingerichtet hat. Zwei der Häuser stehen seit 1889, das jüngere hat man 1933 errichtet.

Wulfs Vater wurde 1940 in einem der alten Gebäude geboren und blieb dort wohnen, bis es Kinderferienlager wurde. „Nach der Wende wollte er das Haus zurückkaufen“, erzählt der Gemeindevertreter. „Die Treuhand sagte jedoch sofort: Nur alles, nicht nur das Haus, so dass mit einem Schlag eine Scheune, drei Bettenhäuser und gut ein Hektar Land hinzukamen.“ In einem der letztgenannten lebt der Baufachmann.

Bei Wulf feiern viele Familien, er ist sogar bei Reiseunternehmen gelistet, aber: „Die Abbestellung der Südbahn kostet uns z. B. ganze Schulklassen, die oft vom Bahnhof zu Fuß zu uns gekommen sind – sehr schmerzhaft.“

Das Gutshaus in Weisin
privat
Das Gutshaus in Weisin
 

Wechsel ins Gutshaus

Einen Wechsel überaus ungewöhnlicher Art vollzog Michael Jacobs 2007, als er aus der gut 500 000 Einwohner zählenden Großstadt Hannover in das Dorf Weisin umzog. Nach dreijähriger Suche in Anzeigen hatte der Jurist hier mit dem Gutshaus seinen Traum vom Wohnen gefunden. „Die Entscheidung habe ich nie bereut“, sagt er.

In dem 1758 errichteten Gebäude stehen der Familie rund 800 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, die sie allerdings nicht nur für sich nutzt: Eingerichtet wurden auch mehrere Ferienwohnungen. Eine große Besonderheit sei der Park, in dem es mehrere Bäume gebe, die sogar in der Schutzliste des Landes stehen.

Das Wandbild am Sportlerheim
Ilja Baatz
Das Wandbild am Sportlerheim
 

Leben durch Sport

Zu ihrem 60. Geburtstag im Jahr 2011 schenkte die Gemeinde der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Passow/Werder das Aufmalen eines großen, originellen Bildes an der Wand vom Sportlerheim. „Dieser Verein ist ein sehr wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens für die Menschen in unserer Gemeinde. Sonst gibt es so gut wie nichts mehr“, sagt Bürgermeister Frank Busch. Weiterer Vorteil sei, dass an jedem zweiten Wochenende Besucher nach Passow zum Sportplatz im Charlottenhofer Weg kommen und dadurch für Leben sorgten.

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