zur Navigation springen
Neue Artikel

24. August 2017 | 08:50 Uhr

Dorfgemeinschaftshäuser zu teuer

vom

Karstädt | Die private Nutzung von Dorfgemeinschaftsräumen und -häusern, Jugendklubs, Sportlerheimen und anderen Räumlichkeiten der Gemeinde Karstädt soll teurer werden. Den Ortsbeiräten liegt ein Entwurf des Bürgermeisters zur Entgeltordnung

vor. Begründet wird die Gebührenanhebung mit stark gestiegenen Betriebskosten.

"Wir haben alle Daten aufgelistet und waren selbst überrascht, wie hoch die Kosten ausgefallen sind", meint Bürgermeister Udo Staeck gegenüber dem "Prignitzer". Addiert man alle zusammengetragenen Zahlen des Jahres 2010, summieren sich die Kosten auf weit über 70 000 Euro.

So lagen die Betriebskosten des Bürgerhauses 2008 bei ca. 2018 Euro, 2009 bei 6353 Euro und schlugen 2010 gar mit 9070 Euro zu Buche. Davon machen Heizkosten den größten Posten aus, die 2010 gar auf 8178 Euro kletterten, gefolgt von 438 Euro für Strom, 285 Euro für Abwasser und 178 Euro für Trinkwasser. Für die Nutzung des Bürgerhauses Karstädt ist bisher eine Miete von 50 Euro pro Tag zu entrichten, laut Verwaltungsvorschlag soll sie künftig auf 200 Euro steigen. Unverändert bleibt die Kaution von 100 Euro, mit der mögliche Schäden verrechnet werden.

Heizkosten sind stärkste Preistreiber

Wenn auch rückläufig, sind die Betriebskosten für das Dorfgemeinschaftshaus Boberow immer noch sehr hoch. 2008 lagen sie bei 7020 Euro, 2009 bei 6629 Euro und 2010 bei 5916 Euro. Auch hier machen die Heizkosten mit 4600 bis 4900 Euro den Löwenanteil aus. Die Nutzungsgebühr soll von 50 auf 150 Euro pro Tag steigen.

Auch im Laaslicher Radwanderquartier liegen die Heizkosten mit 4900 bis 6131 Euro im oberen Bereich. Im Dorfgemeinschaftshaus Dallmin haben sie sich in den vergangenen drei Jahren auf relativ hohem Niveau bei 3229 bis 3569 Euro eingepegelt, die Miete soll von bisher 40 auf 150 Euro steigen.

Für Blüthen enthält das Entwurfspapier gleich sechs Vorschläge: Der Mietpreis für die Scheune soll von 50 Euro auf 150 Euro steigen, für das Klassenzimmer sind künftig 50 Euro fällig. Die Miete für den Reithalle-Mehrzweckraum verdoppelt sich auf 100 Euro, der Obolus für die Festhalle soll von 60 auf 250 Euro steigen, für die kleine Festhalle werden 125 Euro und für das Landcafè 50 Euro fällig.

"Der Entwurf der neuen Entgeltordnung hat das Ziel, insgesamt eine Grundlage für einheitliche Nutzungsvereinbarungen zu sein - mit differenzierten Beiträgen", unterstreicht Hauptamtsleiterin Beatrice von Lentzke. Aufgelistet sind 27 Gemeindeeinrichtungen - vom Dorfgemeinschaftshaus Zapel, das künftig 100 Euro statt der bisher fälligen 12,50 Euro kosten soll, im Nordwesten des Gemeindegebiets bis zum Dorfgemeinschaftshaus im östlichen Premslin. Die veranschlagten 150 Euro erhält hier die Arche Noah - der einzige Verein, mit dem die Gemeinde einen Nutzungsvertrag unterzeichnete und der die Immobilie in Eigenregie verwaltet. Und das mit Erfolg: die Betriebskosten sanken von 2275 Euro im Jahr 2008 auf 1276 Euro im vergangenen Jahr.

Ortsvorsteher übt Kritik an Plänen

"Ich kann die grundsätzliche Erhöhung der Nutzungsgebühren nicht nachvollziehen", erklärte Karstädts Ortsvorsteher Andrè Lüdemann auf der

jüngsten Ortsbeiratssitzung zur vorgeschlagenen Erhöhung von 50 auf 200 Euro für das Bürgerhaus. Wenn das CJD (Projektarbeit) oder der Bundesgrenzschutz (Absicherung der Castortransporte) das Gebäude nutzen, könne man diese Bewirtschaftungskosten nicht dem Bürger aufbürden. "Die Zahlen sollten genau aufgeschlüsselt werden, um zu sehen, wo die Ursachen für die Erhöhung liegen. Auch sind die Einnahmen zu prüfen und gegen zu rechnen", so Lüdemann weiter.

Dass man den gestiegenen Strom- und Gaspreisen Rechnung tragen müsse, sei unbestritten, hieß es in der Diskussion, doch sollte eine Entgelterhöhung mit Augenmaß und gestaffelt nach privaten Nutzern oder beispielsweise Vereinen, vorgenommen werden. Wer privat feiern möchte und dafür Dorfgemeinschaftsräume nutzt, spare bereits etliches im Vergleich zu Gaststättenpreisen, daher sei eine Anhebung durchaus gerechtfertigt, lautete ein anderes Argument. "Für mich spielt der gemeinnützige Gedanke eine große Rolle", hielt Lüdemann dagegen.

"Die Vorlage soll Grundlage zum Diskutieren sein, die Ortsbeiräte können ihre Vorschläge machen", stellte Bürgermeister Staeck klar. Man werde die Zahlen noch untersetzen, auch mit Angaben, wie viele Veranstaltungen man braucht, um kostendeckend arbeiten zu können.

zur Startseite

von
erstellt am 09.Dez.2011 | 09:25 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen