Splitter : Dorfclub: Für ein aktives Dorfleben

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21. März 2016, 14:21 Uhr

Erntefest, Osterfeuer, Kuchenbasar oder Kinderanimation – wenn in der Gemeinde Bandenitz etwas auf die Beine gestellt wird, mischt seit etwa 15 Jahren der Radelübber Dorfclub mit. Es war der Wunsch des damaligen Bürgermeisters, die Aktivitäten im Ort zu beleben, erinnert sich Silke Müller, die Schneiderin im Dorf. Sie wollte damals sofort mitmachen. Genauso wie andere Mütter aus der Gemeinde.

„Ich bin Stadtkind, aufs Dorf gezogen und mag das Dorfleben“, begründet sie ihr Engagement. Und „es macht Spaß“. Heute sind sie neun Frauen und ein Mann. Wenn tatkräftige Hilfe nötig ist, packen auch die Männer der weiblichen Mitglieder mit an. Die Chefrolle teilen sie sich, einen Vorsitzenden gibt es nicht. Ihr Wunsch für die Zukunft? Neue Mitglieder mit neuen Ideen.

Dieter Schöttler bei der Arbeit
Dieter Schöttler bei der Arbeit
 

60 Jahre an der Werkbank

Immer noch baumeln Holzclogs und Pantoletten an einem Schild an der Bundesstraße kurz vor der Autobahnabfahrt. Immer noch weisen sie den Weg zu Dieter Schöttler, dessen Auto Tag für Tag vor seiner Holzschuhmacher-Werkstatt in Bandenitz steht. Von früh morgens bis spät am Nachmittag. Der 78-Jährige ist längst nicht müde. „Ohne Arbeit geht es nicht“, sagt er, während er gerade zurecht geschnittene Lederriemen auf die Werkbank legt. Den ganzen Tag zuhause sitzen, das könnte er nicht. Und so lange die Gesundheit mitspielt, will der Meister weitermachen.

Seit genau 60 Jahren fertigt Dieter Schöttler nun schon Holzschuhe nach Maß. Angefangen 1956 in der Werkstatt seines Stiefvaters in Sandkrug. 30 Arbeitsgänge stecken in einem Schuhwerk. Spann messen, Holz ausschneiden, Sohle fräsen... Und die Saison geht so langsam wieder los. Davon leben könne er schon längst nicht mehr. Aber es „macht eben Spaß“. Im Alter lässt er es ruhiger angehen, verkauft nur noch an Kunden, die den Weg zu ihm finden. Märkte meidet er mittlerweile. Und auch außer Haus liefert Dieter Schöttler nicht mehr.

Was die Zukunft bringt? Dieses Handwerk lohne einfach nicht mehr. Sollte irgendwann der Abschied von der Bandenitzer Werkstatt anstehen, „wird es schwer“. Aber daran denkt der Hagenower noch nicht.

Vom Straßendorf zum Gewerbe-Ort

Fluch und Segen: Die Bundesstraße 321 als Zubringer zur Autobahn ist einerseits „eine Zumutung“ für die Bandenitzer. „Aber sie arrangieren sich damit“, sagt Bürgermeister Dietrich Groth. Viele hätten die Grundstücke entsprechend gestaltet. Obwohl die Straße stark frequentiert ist, spricht sich die Gemeinde deshalb klar gegen eine Umgehungsstraße aus.

Andererseits profitiere das Dorf von seiner Lage und Anbindung, vor allem die Gewerbetreibenden, so Dietrich Groth. „Vom einfachen Straßendorf zum Dorf mit gewisser Struktur“ hat sich Bandenitz entwickelt. Landwirtschaftsbetriebe, Schweinemast, Dienstleistungsunternehmen, Tankstelle, Autohaus, Caravanhändler, Solarpark, Gaststätte und Imbiss – Im Laufe der Jahre siedeln sich viele Unternehmen an. „Davon profitiert die Gemeinde“, so der Bürgermeister. Nicht nur im Sinne von Steuereinnahmen und Sponsoring. „Sie unterstützen die Gemeinde bei vielen Anlässen und engagieren sich.“

Und: „Wir sind sehr offen und wollen den Firmen alle Möglichkeiten an die Hand geben, um sich weiter zu entwickeln“, ergänzt der Bürgermeister. Auch bei den Themen Biogas, Solar, Schweinemast oder Windkraft.

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