Drei Fragen an die Bürgermeisterin : Dorf soll jünger werden

Bürgermeisterin Elke Ferner
Bürgermeisterin Elke Ferner

Elke Ferner: Umlagen an Kreis und Amt sind zu hoch

svz.de von
14. März 2016, 11:27 Uhr

Was zeichnet Ihre Gemeinde aus, warum finden Sie ihr Dorf besonders lebenswert?

Mit einem guten Angebot von medizinischer Betreuung und Einkaufsmöglichkeiten, Grundschule und Kita ist die Grundlage für das Leben geschaffen. Die Vielfalt an Vereinen ist im Festausschuss gebündelt und bietet über das gesamte Jahr verteilt unterschiedliche kulturelle Angebote an. Zusätzlich trägt die Feuerwehr und Kirchgemeinde für abwechslungsreiche Festivitäten bei. Wünschenswert wäre eine Gaststätte, die über die gesamte Woche geöffnet hätte.

Jugendarbeit besitzt mit Jugendclub und beispielhafter Jugendfeuerwehr einen großen Stellenwert. Unser Jugendclub wählte vor ein paar Monaten einen Jugendrat, der Bindeglied zwischen Jugend und Gemeindevertretung darstellt, um nicht aneinander vorbei zu reden. Die Jugendclubleiterin Dagmar Klüver ist eine gute Ansprechpartnerin. Wir haben wundervoll ausgestattete Räumlichkeiten, alles trotz Haushaltskonsolidierung von der Gemeinde bezahlt, selbst Ferienbetreuung wird finanziell unterstützt.

Wo sehen Sie Ihre Gemeinde in zehn Jahren?

Ich hoffe, dass sich durch den Eigenheimbau im Wohngebiet unser Dorf verjüngt und unsere Grundschule sich über ein volles Haus freut, die Einwohnerzahl wieder ansteigt. Durch Erschließung neuer Einnahmen kann die Gemeinde der Haushaltskonsolidierung entgehen. Unser sich in Gründung befindlicher Heimatverein, der aus dem Festausschuss heraus entsteht, etabliert sich hoffentlich so, dass er nicht wegzudenken ist.

Was wünschen Sie sich vom Landkreis?

Auch wenn es mehr Geld kostet, um eine Infrastruktur auf dünn besiedeltem Land zu erhalten, wünsche ich mir intensivere Unterstützung diesbezüglich, denn es möchten nicht alle Menschen nur in Städten wohnen. Mir ist die Zentralisierung zu stark. Ebenso kann es nicht sein, dass Gemeinden eine dermaßen hohe Umlage an Kreis und Amt zahlen müssen. Fördermittel werden unerreichbar, weil eine Ko-Finanzierung nicht aufzubringen und die Abwärtsspirale damit nicht aufhaltbar ist. Das muss sich ändern!



 

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