Dong muss Bauantrag nachbessern

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26. Februar 2008, 11:53 Uhr

Stralsund/Lubmin- Der dänische Energiekonzern Dong Energy muss seine Unterlagen zum Bau des geplanten Steinkohlekraftwerks Lubmin überarbeiten. Das geht aus dem Vorbescheid der Genehmigungsbehörde für die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit hervor. Damit wird sich das Genehmigungsverfahren zum Bau des 1600-Megawatt-Kraftwerks möglicherweise verzögern.

In einer Liste von mehr als 20 Punkten fordert das Amt die Nachreichung von Unterlagen. Eine solche Liste von geforderten Nacharbeiten sei bei einem Großprojekt dieser Art nicht ungewöhnlich, sagte gestern der Leiter des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur, Reinhard Stahlberg. Das Amt geht aber davon aus, dass die für Ende April und Anfang Mai geplanten Anhörungstermine für das Verfahren voraussichtlich nicht zu halten seien. „Es besteht ein erheblicher Nachbearbeitungsbedarf.“
So fordert das Umweltamt in dem Ende 2007 erteilten Vorbescheid, die Gefahren für Vögel, die gegen die Kraftwerksgebäude fliegen könnten, genauer zu betrachten. Die Flugkorridore und -höhen der Tiere seien zu berücksichtigen. Dong soll ferner die Auswirkungen der Anreicherung von Schadstoffen wie Quecksilber und anderen Schwermetallen sowie Dioxin in der marinen Nahrungskette vertiefend darstellen. Insbesondere will das Amt dabei die Auswirkungen auf die am Ende der Nahrungskette stehenden Tierarten wie Seeadler, Kegelrobbe und Schweinswale untersucht haben.

Weiterhin soll Dong vertiefende Untersuchungen zur Ausbreitung des Kühlwassers im Greifswalder Bodden und zur Erwärmung des Meerwassers vorlegen. Auch fordert das Amt weitergehende Untersuchungen zur Badewasserqualität und den Konsequenzen für den Seebadstatus umliegender Gemeinden.

Dong Energy wollte ursprünglich im Herbst 2008 mit dem Bau beginnen. Der politische Druck auf den Investor wird unterdessen immer größer. Die SPD fordert wegen der Auswirkungen auf Umwelt und Tourismus eine Halbierung der Kraftwerksleistung auf 800 Megawatt.

Inzwischen sind bei der Volksinitiative, die den Kraftwerksbau komplett verhindern will und deshalb eine Anhörung im Landtag fordert, rund 2500 Unterschriften gesammelt worden.

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