Interview Günter Senf : Dieses maritime Fest ist mein Baby

Immer im Einsatz  für die Hanse Sail: Günter Senf
Immer im Einsatz für die Hanse Sail: Günter Senf

Seit 25 Jahren begleitet Günter Senf die Hanse Sail. Wir haben mit dem Urgestein gesprochen.

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05. August 2015, 13:25 Uhr

Zum 25. Mal gibt es die Hanse Sail in Rostock. Einer, der an der Erfolgsgeschichte dieses maritimen Festes maßgeblichen Anteil hat, ist Günter Senf (74), Vorsitzender des Hanse Sail Vereins. Wir haben mit ihm gesprochen.

Wenn Sie auf 25. Jahre Hanse Sail zurückblicken, was hat sich im Gegensatz zu heute verändert?
Es hat sich so einiges getan. Vorab: Die schönste Sail für mich persönlich war die allererste 1991. Da hat einfach alles gepasst. Die Bereitschaft, der Zusammenhalt der Menschen war unglaublich. Ich habe damals einen Aufruf gestartet, wer sich gerne an dem Projekt beteiligen möchte. Was mich erstaunt hat, niemand hat nach Geld gefragt. Das ist heutzutage die erste Frage aller Menschen. Was ich natürlich auch verstehen kann, trotzdem hat mich das damals sehr gefreut. Die Schiffe sind heute viel größer als früher. Auch die Zahl der Teilnehmer. Da ist man sehr stolz, dass es von Jahr zu Jahr immer mehr wird.

Was verbinden Sie persönlich mit der Hanse Sail?
Ich bin mein ganzes Leben lang im maritimen Bereich tätig gewesen. Angefangen habe ich als Waffenleitoffizier, Wachoffizier und Kommandant an Bord von Kampfschiffen. Von 1978 bis 1985 war ich Kommandant der Fregatte „Rostock“. 1991 wurde ich dann zum ersten Vorsitzenden des Hanse Sail Vereins zur Förderung traditioneller Schifffahrt in der Ostsee gewählt. Und das bin ich auch heute noch. Mit Leib und Seele, versteht sich. Ich wollte den Menschen damals zeigen, dass auch Rostock so ein Event auf die Beine stellen kann. Und es wurde ein Bombenerfolg – bis heute. Nun bin ich aber auch in einem gewissen Alter, wo man nachdenkt, wie lange kann ich denn noch weiter machen? Ich habe keinen Urlaub, von morgens bis abends sitze ich in meinem Büro und arbeite an dem nächsten Projekt. Ich bin so mit dem Herzen dabei, man könnte sagen, die Hanse Sail ist mein Baby. Ich mache mir einfach viel zu viele Sorgen um den Nachfolger. Klappt dann noch alles so wie jetzt? Ich weiß es nicht. Jetzt bin ich noch dabei.

Worauf können sich die Besucher in diesem Jahr freuen?
Neu ist vor allem in diesem Jahr, dass wir eine Stadtrundfahrt mit 40 Lkw-Oldtimern anbieten. Dazu gehört ebenso noch eine geführte Besichtigung des Schifffahrtsmuseums in Rostock-Schmarl. Auch die Stadt-Historie wollen wir in diesem Jahr weiter in den Mittelpunkt stellen, damit unsere Gäste Rostock noch besser kennenlernen können. Aber auch für viel Musik, Sport und Kulturelles ist gesorgt. Die Besucher der diesjährigen Sail können sich auf jeden Fall auf einige Highlights freuen.

Was macht die Hanse Sail für Sie so besonders?
Die maritime Veranstaltung ist ein Zugpferd. Wir treten auch viel auf Messen auf. Mittlerweile ist die Stadt Rostock sehr gefragt und das nicht nur in Deutschland. Die positive Resonanz auf die Sail ist einfach wunderbar. Auch für die Kinder ist sie immer mit sehr viel Spaß verbunden. So haben wir zum Beispiel einen Segel-Wettkampf für Kinder. Es ist einfach schön, den Menschen das Meer nahe zubringen, die Stadt zu zeigen. Ich bin stolz und glücklich, dass es so etwas Schönes in Rostock gibt.

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