Die Zukunft liegt in der Tiefe

Auf der Maritimen Konferenz treten Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in Austausch. Der Rostocker Professor Mathias Paschen ist Moderator des Workshops „Maritime Technologien“ und überzeugt davon, dass die Zukunft der Energie- und Rohstoffversorgung in der Tiefsee liegt.

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29. März 2009, 09:27 Uhr

Rostock - Eins betont Prof. Mathias Paschen vom Lehrstuhl für Meerestechnik an der Universität Rostock immer wieder: „Es ist wichtig, dass sich Deutschland darauf besinnt, die Technologieführerschaft zu übernehmen.“ Und zwar im Bereich der Tiefseetechnik. Denn hier, da ist sich Paschen sicher, liegt die Zukunft der Gewinnung von Erdöl, Erdgas und mineraler Rohstoffe. Gerade in Anbetracht der stetig wachsenden Weltbevölkerung sei die Sicherung eines dauerhaften Zugangs zu erschwinglichen Rohstoffen von existenzieller Bedeutung.

Paschen leitet auf der gestern eröffneten Konferenz den Workshop „Maritime Technologien – Wachstumsmarkt Meerestechnik – Kompetenzen und Potenziale stärker nutzen“. Risikobereite Unternehmer, politische Begleitung sowie Forschung und qualifizierte Fachkräfte seien, so Paschen, unerlässliche Voraussetzungen für die Rolle Deutschlands als Marktführer.

Wettrennen um die Technologieführerschaft

Wie aufwändig die Forschung im Bereich Tiefseetechnologie ist, macht der Hochschuldozent an einem Vergleich deutlich: „Der Luftdruck auf der Erde beträgt ein Bar, im Weltall null – also ein Unterschied von lediglich einem Bar. Bei einer Wassertiefe von 3500 Metern oder mehr hingegen haben wir es mit Drücken ab 350 Bar zu tun.“ Falsch konstruierte hohle Strukturen werden in solchen Tiefen wie Papier zusammengefaltet. Menschen können dort nicht arbeiten.

Deshalb müssen Roboter mit intelligenter Software entwickelt werden. Diese könnten zum Beispiel Systeme zur Offshore Tiefwasserförderung von Rohöl und Gas installieren – eine Vision, die Bohrplattformen durch Unterwasseranlagen ersetzen würde.

„Um wirklich große Schritte machen zu können, brauchen wir die Flankierung durch die Politik“, sagt Paschen. Für eine gemeinsame Debatte von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sei die Maritime Konferenz der richtige Ort. Im Rennen um die Systemführung im Bereich maritimer Technologien gehen neben Deutschland Norwegen, Groß Britannien, Frankreich, die Niederlande, die USA und Japan an den Start.
An der Uni Rostock wird die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und lokalen Unternehmen wie zum Beispiel der Wadan-Werft bereits gepflegt.

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