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18. Oktober 2017 | 18:38 Uhr

Die Unzertrennlichen

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svz.de von
erstellt am 19.Dez.2012 | 10:14 Uhr

Kassel | Die Brüder Grimm genießen weltweite Bekanntheit dank der von ihnen zusammengetragenen Kinder- und Hausmärchen. Mindestens genauso bedeutsam sind jedoch die Sprachforschungen der Grimms, mit denen sie die Grundlagen einer gänzlich neuen Wissenschaft schufen - der Germanistik. Jacob und Wilhelm Grimm sammelten auch Volkslieder und Sagen. Sie verfassten die "Deutsche Grammatik", die kein Lehrbuch war, sondern eine detaillierte Geschichte aller germanischen Sprachen. Das bis heute legendäre "Deutsche Wörterbuch" begannen die Brüder 1838, und das Mammut-Projekt wurde erst 1961 mit Band 32 abgeschlossen..

Experten messen den Grimms eine für die deutsche Kulturgeschichte ähnlich große Bedeutung zu wie Goethe oder Schiller. Das Bewusstsein einer einheitlichen deutschen Sprach- und Kulturnation geht nicht zuletzt auf die Forschungen der Brüder zurück. Die Sprachwissenschaft war um 1812 immer auch politisch, es waren die Jahre der französischen Besatzung und des Zerfalls des einstigen Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Die Grimms stellten dem die sprachlich-kulturelle und als Konsequenz daraus die zu erstrebende nationale Einheit gegenüber.

Jacob wurde am 4. Januar 1785 in Hanau geboren, Wilhelm kam am 24. Februar 1786 zur Welt. Die Brüder waren unzertrennlich. Sie wurden sogar 1829 gemeinsam an die Universität Göttingen berufen. Die Hochschullaufbahn endete 1837, nachdem sich die Grimms an dem Protest der Professorengruppe "Göttinger Sieben" gegen den Bruch der Verfassung durch den neuen König Ernst August I. von Hannover beteiligten. Die Grimms wurden aus dem Staatsdienst gefeuert. Erst 1840 erhielten die Brüder wieder eine Anstellung, als der neue preußische König Friedrich Wilhelm IV. sie nach Berlin an die Akademie der Wissenschaften rief. Wilhelm wurde 73 Jahre alt und starb 1859 in Berlin. Jacob Grimm starb 1863 mit 78 Jahren.

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