Hintergrund : Die Studie

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11. November 2014, 19:19 Uhr

Die Studie „Wertewandel Ost“ ist eine repräsentative Befragung zu den gesellschaftlichen Veränderungen seit der Wiedervereinigung. Sie wurde von den großen ostdeutschen Zeitungsverlagen und der Zebra-Group beim Institut für Demoskopie Allensbach in Auftrag gegeben.

Für die Studie hat das Institut 1573 Ostdeutsche  befragt. Die Befragten stellen einen repräsentativen Querschnitt der hiesigen Bevölkerung ab 16 Jahren dar. Die Fragen waren  so formuliert, dass –  wenn vorhanden – die Ergebnisse vorangegangener Allensbach-Studien zur Auswertung mit hinzugezogen werden konnten. So war es möglich, Trendaussagen zu treffen. Hinzu kommen 30 Tiefeninterviews mit Ostdeutschen aus der Generation der heute 40- bis 55-Jährigen und der Nachwende-Generation der heute 16- bis 29-Jährigen. Zum  Vergleich wurden 1520 Interviews mit einem ebenfalls repräsentativen Querschnitt der westdeutschen Bevölkerung ab 16 Jahren herangezogen.  Allensbach führte die Interviews zwischen dem 13. Juni und dem 11. Juli 2014.

Marktwirtschaft fördert den Egoismus

Die Ostdeutschen stehen dem politischen System in Deutschland skeptischer gegenüber als die Westdeutschen. 74 Prozent der Westdeutschen und nur 40 Prozent der Ostdeutschen sind von der Demokratie in Deutschland als bestmögliche Staatsform überzeugt. An eine wirkliche Alternative glaubt nur eine Minderheit in Ost- wie Westdeutschland. Die Ostdeutschen sind auch gegenüber dem herrschenden Wirtschaftssystem skeptischer als die Westdeutschen: 13 Prozent der Ostdeutschen und 8 Prozent der Westdeutschen sind der Meinung, dass es ein besseres Wirtschaftssystem gibt.  Jeder dritte Ostdeutsche und jeder zweite Westdeutsche sagt, dass es keine Alternative gibt. Allerdings sind auch 54 Prozent der Ostdeutschen und 42 Prozent der Westdeutschen unentschlossen. Lediglich 8 Prozent der Ostdeutschen und 10 Prozent der Westdeutschen glauben, es würde ihnen in einem anderen, stärker vom Staat kontrollierten Wirtschaftssystem besser gehen. Die Mehrheit ist sich einig, dass die Marktwirtschaft den Egoismus fördert. 71 Prozent der Ostdeutschen und 52 Prozent der Westdeutschen sind dieser Ansicht.

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