Die Rolle im Einzelhandel

<strong>Heute und vor hundert Jahren:</strong> Eine Einkaufsquittung auf dem  Verzeichnis für Gewerbeanmeldungen mit  dem Namen von Karl Albrecht, der 1913 einen kleinen Krämerladen anmeldete.
Heute und vor hundert Jahren: Eine Einkaufsquittung auf dem Verzeichnis für Gewerbeanmeldungen mit dem Namen von Karl Albrecht, der 1913 einen kleinen Krämerladen anmeldete.

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04. Januar 2013, 08:44 Uhr

Aldi ist der führende Lebensmittel-Discounter in Deutschland. Fast neun von zehn Haushalten kaufen Schätzungen zufolge regelmäßig oder spontan bei Aldi ein. Volker Danisch, dpa, beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie groß ist die Marktmacht von Aldi?

"Der Einfluss von Aldi wird noch immer gern unterschätzt", findet Matthias Queck vom Handelsinformationsunternehmen Planet Retail. Wenn man den deutschen Lebensmittel-Einzelhandel insgesamt betrachte, liege der Marktanteil von Aldi Nord und Süd zusammen genommen zwar nur bei 15 Prozent. Bei einzelnen Produkten sei der Marktanteil und damit der Einfluss aber wesentlich höher. "Ob bei Milch, Saft oder Zucker - Aldi legt vor und bestimmt den Preis, und alle anderen reagieren innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen." Mit dem dichten Filialnetz von insgesamt rund 4300 Märkten in Deutschland und dem begrenzten Sortiment würden Aldi Nord und Aldi Süd über Nacht zu einem der größten Verkäufer, wenn sie ein neues Produkt wie jüngst Coca-Cola in ihr Sortiment aufnehmen.

Welche Kritik gibt es an Aldi?

Die Gewerkschaft Verdi wirft Aldi Nord und Aldi Süd vor, systematisch Mehrarbeit von Mitarbeitern nicht zu bezahlen. "Aldi bezahlt die Mitarbeiter zwar grundsätzlich nach den Flächentarifverträgen. Wir stellen aber fest, dass bestimmte Zeiten wie Überstunden nicht angerechnet werden", sagt der Verdi-Experte für Einzelhandel, Ulrich Dalibor. Das summiere sich zu riesigen Beträgen, die die Unternehmen ihre Mitarbeitern vorenthalten würden. "Deshalb ist die Einhaltung von Tarifverträgen in Anführungszeichen zu setzen." Aldi Nord beschäftigt nach eigenen Angaben rund 28 000 Mitarbeiter in Deutschland, bei Aldi Süd wird in Kreisen der Gewerkschaft Verdi von etwa 25 000 Mitarbeitern in Deutschland ausgegangen.

Was sagt das Unternehmen selbst dazu?

Aldi Süd weist den Vorwurf, dass Mehrarbeit systematisch nicht bezahlt würde, zurück. "Eine über die offizielle Arbeitszeit hinausgehende, nicht vergütete Mehrarbeit wird weder erwartet noch geduldet. Dies wird durch den jeweiligen Vorgesetzten kontrolliert", erklärte eine Sprecherin des Unternehmens. In einigen Fällen könne es selbstverständlich vorkommen, dass es zu Mehrarbeit, also Arbeitsstunden, die über die im Vertrag festgehaltene Arbeitszeit hinausgehen, komme. "Derartige Mehrarbeit wird immer entweder vergütet oder durch Freizeitausgleich abgegolten", betonte sie. Das Schwesterunternehmen Aldi Nord weist die Kritik ebenfalls zurück. Es werde eine Mehrarbeitsvergütung bezahlt - unabhängig davon, ob die Mitarbeiter tatsächlich Mehrarbeit geleistet hätten oder nicht. Dazu gebe es Vereinbarungen mit der Mitarbeitervertretung.

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