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17. Oktober 2017 | 13:45 Uhr

Die Rechtslage: So kann man sich wehren

vom

svz.de von
erstellt am 15.Apr.2011 | 10:05 Uhr

Wann liegt eine strafbare Handlung vor?

Die schwerwiegenden Erscheinungsformen des Cyber-Mobbings können insbesondere die Straftatbestände der Beleidigung, der üblen Nachrede, der Verleumdung, der Nötigung, der Bedrohung, der Körperverletzungsdelikte, der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, der Gewaltdarstellung, der Nachstellung oder eines Verstoßes gegen das Recht am eigenen Bild verwirklichen. Verhaltensweisen, die den Grad einer bloßen Belästigung nicht überschreiten, sind straflos.

Beleidigung § 185 StGB ist der Angriff auf die persönliche Ehre einer anderen Person durch Kundgabe ihrer Missachtung.

Üble Nachrede § 186 StGB ist die Behauptung oder Verbreitung von Tatsachen über einen anderen, welche denselben verächtlich machen oder in der öffentlichen Meinung herabwürdigen können. Strafbar ist die üble Nachrede dann, wenn die Behauptung erweislich nicht wahr ist.

Verleumdung § 187 StGB liegt vor, wenn der Täter weiß, dass die von ihm behauptete ehrverletzende Tatsache über einen Anderen nicht wahr ist.

Nötigung § 240 StGB liegt vor, wenn jemand einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung bewegt.

Bedrohung § 241 StGB Eine Bedrohung liegt vor, wenn jemand einem Menschen mit der Begehung eines gegen ihn oder eine ihm nahe stehende Person gerichteten Verbrechens droht.

Weitere mögliche Straftatbestände: Erpressung § 253 StGB; Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes § 201 StGB; Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen § 201a StGB ; Verletzung des Briefgeheimnisses § 202 StGB Gewaltdarstellungen § 131 StGB;

Wer ist strafbar?

Strafbar ist nur, wer strafmündig, also mindestens 14 Jahre alt ist. Für Kinder unter 14 Jahren können Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe nach § 1631 III BGB, 1666 BGB oder SGB VIII in Frage kommen.

Muss ein Strafantrag gestellt werden?

In der Regel ist ein Strafantrag für die Verfolgung der Tat zu stellen. Antragsberechtigt ist derjenige, der durch die Tat verletzt ist, bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 17. Lebensjahr ist der gesetzliche Vertreter (Eltern, Vormund) antragsberechtigt. Der Antrag kann bei der Staatsanwaltschaft, der Polizei oder einem Gericht schriftlich gestellt werden und zwar innerhalb von drei Monaten ab Kenntnis.

Was kann man sonst noch machen?

Bevor ein Strafantrag gestellt wird, sollten schulische Disziplinarmaßnahmen oder zivilrechtliche Maßnahmen (Unterlassungsklage) vorangehen.

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