Splitter : „Die Perle der Prignitz“ verwässert

Der Wasserstand steigt, die Parkanlage versumpft.
Der Wasserstand steigt, die Parkanlage versumpft.

Fallende Bäume, überflutete Wiesen – Biber verändern geschützten Landschaftspark Hoppenrade

svz.de von
17. März 2016, 14:30 Uhr

Man nannte ihn einst „Die Perle der Prignitz“. Gemeint ist der Landschaftspark in Hoppenrade, dessen Ursprung im Jahr 1795 liegt. Als kleiner Küchengarten nahm die heute unter Denkmalschutz stehende Parkanlage ihren Anfang. Zahlreiche Gartenbaumeister haben Spuren hinterlassen.

So wurde der natürliche Lauf des Cederbaches in den Park integriert, ebenso ein prähistorisches Hügelgrab, Teiche und Eiskeller. 1847 entwickelte Eduard Neide den Park weiter. Die Familie von Freier bat in Berlin um Hilfe und so kam es, dass der spätere Direktor des Berliner Tiergartens im Alter von 29 Jahren die Grundlagen des heutigen Landschaftsparks entwarf. Dazu gehörten der Schwanen- und Karpfenteich, die beide durch das Wasser des Cederbaches gespeist werden. Der Cederbach dominiert die hiesige Landschaft und ist zugleich das Bindeglied zwischen Hoppenrade und dem Nachbarort Garz.

Hinter dem Herrenhaus steht die prächtige „Kletterbuche“ mit einem Stammumfang von mehr als sieben Metern. Der Eiskeller, der bis 1935 genutzt wurde, und Wasserläufe runden den Landschaftspark ab, der durch solitäre Gruppenpflanzungen, aber auch durch Sichtachsen in der Landschaft geprägt war. Ehemals umfasste er eine Fläche von 22 Hektar.

Heute hat der Biber die Regie übernommen und einen großen Teil des Gartendenkmals zerstört. Mit das größte Problem sind durch die Biber gefällte Bäume und seine Dammbauten. Sie setzen große Teile des Parks unter Wasser, so dass Wiesen versumpfen, Pflanzen absterben und Bäume drohen, von der Wurzel her zu verfaulen. Ergebnislos diskutieren Denkmal- und Umweltschützer über die Situation, ohne dass sich nach den bisherigen Treffen und Besichtigungen eine Lösung abzeichnet.

Fußball im Dorf mit Ambitionen zum Aufstieg

Vor 86 Jahren wurde der SV Garz / Hoppenrade gegründet. Der Sportverein besitzt ein gut ausgebautes Sporthaus mit Gemeinschaftsraum und Umkleidekabinen. Etwa 110 Mitglieder zählt der Verein, in dem hauptsächlich Fußball gespielt. Die erste Männermannschaft spielt in der Kreisoberliga mit Aufstiegsambitionen. Es gibt zwei Männerteams, eine Alt-Herrenmannschaft und eine gemischte Jugendmannschaft. Außerdem gibt es die Sektion Kegeln, deren Mitglieder sich im Prignitzer Hof in Buchholz bei Pritzwalk treffen. Unterstützt durch Sponsoren leistet der Verein eine wichtige Arbeit für das soziale Leben in beiden Orten und darüber hinaus.
 

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