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17. Dezember 2017 | 03:35 Uhr

Die "neue Tonalität" der GEZ

vom

svz.de von
erstellt am 26.Dez.2012 | 05:55 Uhr

2013 muss für Deutschland ein tolles Jahr werden, glaubt man dem schwärmenden Hans Färber. Einfacher, freundlicher und vor allem gerechter soll es zugehen, zumindest für all jene, die mit ihrem Geld den öffentlich-rechtlichen Rundfunk finanzieren, sagt der 60-Jährige. Bis zum Ende des Jahres ist Färber noch Vorsitzender des Verwaltungsrats der Gebühreneinzugszentrale, berüchtigt als GEZ - die Organisation also, die für ARD, ZDF und Deutschlandradio die Rundfunkgebühren einzieht.

Doch zum neuen Jahr dann ändert sich alles - und irgendwie auch nichts: Die Deutschen zahlen nicht mehr Rundfunkgebühren je nach Empfangsgerät, sondern den Rundfunkbeitrag, der pauschal pro Wohnung berechnet wird. Und Hans Färber führt dann nicht mehr Aufsicht über die GEZ, sondern über den sogenannten Beitragsservice. Alter Wein in neuen Schläuchen? Natürlich nicht, findet Färber.

"Seit anderthalb Jahren arbeiten wir auf Hochtouren an der Umsetzung" dieses ehrgeizigen Projekts, sagt er. Ehrgeizig deshalb, weil Färber mit einer Charme-Offensive das alte Inkasso-Image der GEZ ablegen will. Es gehe um "eine neue Tonalität" gegenüber den zukünftigen Beitragszahlern, der neue Apparat solle nicht mehr so bedrohlich wirken.

Daher werde der Ton der Anschreiben überarbeitet, Mitarbeiter würden "intensiv geschult" - und: "Kontrollen an der Wohnungstür wird es in Zukunft nicht mehr geben." Stattdessen füllt der Beitragsservice zum Start des neuen Systems seine Register direkt beim Staat auf: "68,2 Millionen Datensätze der Einwohnermeldeämter werden bis Ende 2014 mit unserem Bestand abgeglichen." Bisher erhielt die GEZ nur Auskunft, wenn jemand aus ihrer Datenbank sich ummeldete. Die Lücken sollten die Kontroll-Klingler an den Haustüren füllen.

Das neue System der Rundfunkbeiträge, die pauschal pro Wohnung erhoben werden, soll nun alles einfacher machen - und billiger. Nach Abschluss der Reform Ende 2016 will Färber den Beitragsservice mit 20 Prozent weniger Geld betreiben als die alte GEZ. Außerdem plant er mit 930 statt bisher 1070 Mitarbeitern.

Doch bis zum Abschluss der Umstellung ist es noch ein weiter Weg und ein noch größerer Aufwand. Daher hat die GEZ für die Reform 250 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt - vorübergehend, wie Färber betont. 80 Millionen Euro kostet die Reform insgesamt, etwa halb so viel wie die Kosten für ein Jahr Gebühreneinzug.

Diesen Kosten stehen rund 7,5 Milliarden Euro Gebühren gegenüber, die die GEZ 2011 eingesammelt hat. Mit dem neuen System soll das etwas höhere Niveau aus dem Jahr 2009 gehalten werden, plant Färber.

Es sei jedoch keinesfalls so, dass das neue Modell extrem viel mehr Geld in die Kassen der Rundfunkanstalten spülen werde: "Unser Ziel sind stabile Einnahmen."

Ende November bestand bereits die Technik für das neue System die ersten Tests. Nun muss ab dem neuen Jahr nur noch das Menschliche zwischen Beitragsservice und -zahlern funktionieren. Zumindest eine Verbesserung der Kontaktaufnahme tut not - oder, um mit Hans Färber zu sprechen: "Es ist nicht immer alles so gelaufen wie gewünscht."

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