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"Die Natur nicht überall den Interessen des Menschen anpassen"

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erstellt am 02.Apr.2012 | 10:47 Uhr

Mit Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sprach Uwe Reißenweber über die Küstenschutzmaßnahmen des Landes und darüber, wann der Mensch in natürliche Prozesse eingreifen sollte.

Soll man die Küste und damit Abbrüche sich weitgehend selbst überlassen oder aktive Schutzmaßnahmen betreiben - beispielsweise, um Kap Arkona und Königsstuhl zu erhalten?

In den letzten 20 Jahren haben wir über 260 Millionen Euro in den Küsten- und Hochwasserschutz investiert. In diesem Jahr sind fast 20 Millionen Euro dafür bereitgestellt. Allerdings: Steilufersicherungen zum Schutz unserer Natur-Wahrzeichen gehören zu den kostenintensivsten Küstenschutzvorhaben überhaupt. Der Schutz von 100 Metern Ufer würde im Mittel 1,5 Millionen Euro beanspruchen. Wir müssen akzeptieren, dass der Mensch die Natur nicht überall und dauerhaft seinen Interessen anpassen kann. Im Übrigen würde dadurch auch ein Großteil der Einzigartigkeit und der Schönheit unserer Küstenlandschaft, die ja erst durch die Küstendynamik entstanden ist, verloren gehen.

Welche Küstenschutzmaßnahmen finanziert 2012 das Land?

Von den etwa 20 Millionen Euro, die wir in den Küsten- und Hochwasserschutz investieren, haben wir den größten Teil, nämlich 13 Millionen, für das im Bau befindliche Sperrwerk in Greifswald bereit gestellt. Für den dritten Bauabschnitt des Seedeichbaus auf dem Ost-Zingst sind vier Millionen Euro veranschlagt. Der Rest wird für die Fertigstellung der Baumaßnahmen Hafenmole und Wellenbrecher Barth, den Sturmflutschutz Warnemünde, das Teilobjekt Knotenpunkt öffentlicher Personennahverkehr und den Buhnenbau Neuendorf/Hiddensee eingesetzt.

Sehen Sie beim Thema Küstenschutz Probleme auf den Ebenen der Ämter und Kommunen? Welche? Haben Sie da Wünsche?

So verständlich der Traum nach einem Eigenheim, einer Ferienwohnung oder einem Hotel mit Meerblick auch ist, er kann nur dort Wirklichkeit werden, wo dies über mehrere Generationen, ohne Gefährdungen für die Bebauung oder die Natur möglich ist. Dies sollten alle Handelnden und zwar vom Antragsteller bis hin zur Genehmigungsbehörde verinnerlichen. Ein zweiter Wunsch ist, dass auch die Gemeinden Ihre Aufklärungsarbeit über die Gefährdungen im Küstenraum intensivieren.

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