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22. November 2017 | 17:54 Uhr

"Die Morde sind eine Schande für unser Land"

vom

svz.de von
erstellt am 23.Feb.2012 | 08:18 Uhr

Berlin | Mit einer bewegenden Trauerfeier ist gestern in Berlin der Opfer der rechtsextremistischen Mordserie gedacht worden. An diesem Donnerstag stehen Angehörige der Opfer hinter dem Rednerpult im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt und reden vor den 1200 Gästen über das, was ihnen und ihren Familien angetan worden ist. Nicht nur ihre Augen füllen sich mit Tränen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel findet klare Worte: "Die Morde der Terrorzelle waren auch ein Anschlag auf unser Land. Sie sind eine Schande für unser Land", klagt sie und verneigt sich mit ihrer Rede vor den Opfern und ihren Angehörigen. Besonders beklemmend sei es, dass sie zu Unrecht unter Verdacht gestanden hätten. "Dafür bitte ich sie um Verzeihung", sagt die Kanzlerin und hält kurz inne. "Wie sehr die seelischen Wunden schmerzen, das können wir nur ahnen", fühlt Merkel mit und mahnt, nicht zu schnell wieder zur Tagesordnung zurückzukehren. "Wir vergessen zu schnell, viel zu schnell, wir verdrängen, was mitten unter uns geschieht", warnt die Kanzlerin vor "schleichender Gleichgültigkeit". Der Kampf gegen Vorurteile, Verachtung und Ausgrenzung müsse Tag für Tag geführt werden.

Eigentlich hätte Christian Wulff hier reden sollen. Jetzt übernimmt Merkel die Rolle und wirbt für Toleranz, Offenheit und Vielfalt: "Deutschland, das sind wir alle. Wir alle, die in diesem Land leben. Woher auch immer wir kommen".

Die Spitzen des Staates haben sich versammelt. Auch Joachim Gauck, der wohl künftige Bundespräsident, ist gekommen. Jede Bewegung, jeder Händedruck wird von den Fotografen festgehalten. Aber im Mittelpunkt stehen an diesem Morgen die Opfer und ihre Angehörigen.

Draußen wehen die Flaggen vor den öffentlichen Gebäuden auf Halbmast. Berlin trauert an diesem Tag, hält inne für einen Augenblick.

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