zur Navigation springen

Fußball : Die letzten DDR-Oberligisten – und was aus ihnen wurde

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der letzten Spielzeit der DDR-Oberliga 1990/91 gewann der FC Hansa seinen einzigen Meistertitel. Was aber wurde aus den übrigen 13 Oberligisten? Ein Überblick:

 

Dynamo Dresden (2.)

Dynamo hielt sich vier Jahre in der Bundesliga. Beim Abstieg 1995 ging es wegen „Lizenzerschleichung“ zwangsweise gleich in die 3. Liga. In der NOFV-Oberliga Süd (4. Liga) spielte Dynamo ab 2000 auf einer Ebene mit dem FC Schönberg, Hansa II und Eintracht Schwerin. 2002 kehrte man zurück in die Regionalliga. Seither pendelt Dresden zwischen 2. und 3. Liga.

 

FC Rot-WeiSS Erfurt (3.)

Nur ein Jahr spielte Rot-Weiß in der 2. Bundesliga, wurde Letzter. Seither sind die Erfurter mit Ausnahme ihrer Zweitligasaison 2004/05 drittklassig. Neben Unterhaching und VfB Stuttgart II als einzige Mannschaft seit der Premierensaison 2008/09 in der heutigen 3. Liga dabei, führt Erfurt dort die „ewige“ Tabelle an.

 

HFC Chemie (4.)

Ohne den Zusatz „Chemie“ überdauerten auch die Hallenser das erste Jahr in der 2. Bundesliga nicht. Tiefpunkt des Niedergangs in den 90er-Jahren war der Sturz in die Verbandsliga (5. Liga). Mit der Rückkehr in die NOFV-Oberliga im Jahr 2000 setzte ein Erholungsprozess ein und seit 2012 ist der Hallesche FC zumindest in der 3. Liga präsent.

 

Chemnitzer FC (5.)

Der ehemalige FC Karl-Marx-Stadt (bis 1990), Heimatclub von Michael Ballack, spielte fünf Jahre in der 2. Bundesliga. Nach erneuter zweijähriger Zweitliga-Präsenz ging es 2006 sogar in die damals viertklassige Oberliga hinunter. Seit 2011 spielen die Sachsen in der 3. Liga

 

FC Carl Zeiss Jena (6.)

Der Primus der „ewigen“ Tabelle der DDR-Oberliga und EC-Finalist im Cup der Pokalsieger von 1981 war immerhin drei Jahre Zweit-Bundesligist. Seit sich seit 2007 das Trainer- und Funktionärs-Karussell im Zentrifugen-Tempo dreht, dümpelt Jena sportlich dahin – derzeit in der Regionalliga.

 

1. FC Lok Leipzig (7.)

Der Finalist im EC der Pokalsieger (1987 ) zog 1993 als VfB Leipzig in die Bundesliga ein – für ein Jahr. Danach ging es abwärts: Mit Insolvenz des VfB und Neugründung des 1. FC Lok begann 2004 ein Neuanfang in der 3. Kreisklasse (11. Liga). Dem verlustpunktfreien Aufstieg (316:13 Tore) und der Übernahme einer vakanten Bezirksklasse-Lizenz (7. Liga) folgten drei Aufstiege am Stück bis in die Regionalliga. Heute spielt Lok in der NOFV-Oberliga Süd.

 

Stahl Brandenburg (8.)

Nach einem Jahr in der 2. Bundesliga ging es über die Oberliga immer tiefer in die Niederungen, bis zum Konkurs 1998. Der Nachfolgeverein FC Stahl Brandenburg spielt heute in der Brandenburgliga, der 6. Spielklasse.

 

Eisenhüttenstädter FC Stahl (9.)

Der EFC verpasste den Sprung in den Profifußball und musste in die Amateuroberliga (3. Liga). Von da aus ging es sukzessive bis in die 7. Liga, aus der die Eisenhüttenstädter im Vorjahr in die Brandenburgliga aufstiegen, wo sie derzeit im Mittelfeld spielen.

 

1. FC Magdeburg (10.)

Auch der einzige Europacupsieger der DDR fand sich in der Amateur-Oberliga wieder. Bis zur Insolvenz als Wanderer zwischen Regionalliga (damals 3. Liga) und Oberliga (4. Liga) unterwegs, steht der 1. FCM aktuell als Erster der Regionalliga Nordost kurz vor dem Aufstieg in die 3. Liga.

 

FC Berlin (11.)

Als BFC Dynamo zehnfacher (zuweilen umstrittener) DDR-Meister, als FC Berlin ein Schatten früherer Tage. Der Rückbenennung 1999 folgte 2001 eine Insolvenz. Ab 2004 ging es langsam wieder aufwärts. Aktuell ist der BFC Regionalliga-Sechster.

 

FC Sachsen Leipzig (12.)

Der 1990 aus der Fusion von Chemie Leipzig und Chemie Böhlen entstandene FC Sachsen spielte nur noch dritt- bis fünftklassig. 2007 scheiterte eine Übernahme durch und Umbenennung in Red Bull Leipzig an Fanprotesten und am DFB-Statut. 2011 wurde der insolvente FCS aufgelöst.

 

FC Energie Cottbus (13.)

Die Lausitzer, zunächst in die Oberliga Nordost (3. Liga) abgestiegen, spielten von 1997 bis 2014 in der 1. bzw. 2. Bundesliga und weisen mit sechs Spielzeiten nach Hansa (12) die meisten im deutschen Fußball-Oberhaus auf. Derzeit ist Cottbus Sechster der 3. Liga

 

FC Viktoria 91 Frankfurt/O. (14.)

Nichts da mit Viktoria. Der Name brachte dem Nachfolger des früheren FC Vorwärts nichts ein. Nach einem Auf und Ab zwischen Liga drei und vier spielen die Frankfurter seit 2002 in der Brandenburgliga. nach einer Fusion seit 2012 als 1.FC Frankfurt firmierend, darf man als Tabellenführer derzeit auf den Aufstieg in die Oberliga (5. Liga) hoffen.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen