Die letzte Ehre für den treuen Freund

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Wer ein Haustier im Garten bestatten will, muss einiges beachten – der Ludwigsluster Philipp Lübbert vom Verband für verstorbene Tiere gibt Auskunft

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26. Juli 2015, 18:15 Uhr

Hunde, Katzen und Pferde sind für viele treue Begleiter. Und so wünschen sie sich auch eine würdige Bestattung für ihren vierbeinigen Freund. Was zu beachten ist, wenn das Tier stirbt, weiß der Ludwigsluster Philipp Lübbert, Landesbereichsleiter beim Bundesverband für verstorbene Tiere e.V.:

Darf ich mein verstorbenes Tier im Garten bestatten?

In Deutschland wird zwischen Haustier und Nutztier unterschieden. Haustiere wie Hunde, Katzen oder Meerschweinchen, können im Gegensatz zu Nutztieren wie Pferden, Schweinen oder Kühen grundsätzlich im eigenen Garten begraben werden. Auf öffentlichen Plätzen oder im Wald ist das aber strikt verboten.

Worauf muss ich achten, wenn ich mein Haustier selbst begrabe?

Wer einen eigenen Garten oder ein ähnliches Grundstück hat, kann sein Haustier normalerweise dort begraben. Bei kleineren Tieren wie Hamstern, Fischen oder Meerschweinchen ist das kein Problem. Bei größeren Tieren wie etwa einem mittelgroßen Hund muss man einen formlosen Antrag auf Hausbestattung beim zuständigen Veterinäramt stellen. Sofern aber keine meldepflichtige Tierkrankheit vorliegt, dürfte nichts dagegen sprechen, es vor Ort zu bestatten. „Das Grundstück darf aber nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen. Das Grab muss ein bis zwei Meter von öffentlichen Wegen entfernt sein. Zudem sollte das Tier in leicht verrottendes Material eingewickelt werden“, so Philipp Lübbert. Auch bei der Grabtiefe gibt es Vorgaben: 75 Zentimeter seien aber ausreichend. Lübbert weist zudem darauf hin, dass jede Kommune ihre eigenen Regelungen zur Tierbestattung erlassen kann. Er rät: „Bevor Sie ein Tier im Garten begraben, stellen Sie bei der zuständigen Behörde noch einmal sicher, ob es Gründe geben könnte, warum eine Beisetzung untersagt ist.“

Welche Möglichkeiten der Tierbestattung gibt es, wenn ich keinen eigenen Garten habe?

Vom Tierarzt gelangt ein totes Haustier, sofern man es nicht bestatten lassen möchte, in die Tierbeseitigungsanlage. Dort werden die toten Tierkörper gemeinsam mit Schlachtabfällen zu Tiermehl verarbeitet und anschließend verbrannt. Wer sich einen anderen Weg für sein verstorbenes Haustier wünscht, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten: einerseits die Kremierung (Feuerbestattung) oder eine Erdbestattung mit Sarg. Auf einem Tierfriedhof finden vierbeinige Lieblinge eine letzte Ruhestätte - und Herrchen oder Frauchen einen Ort zum Trauern. Manche Krematorien bieten auch Einzelkremierungen an.

Die Asche kann dann zum Beispiel in einer Urne mit nach Hause genommen werden. „Es gibt da ganz viele verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise habe ich einmal gehört, dass man die Asche auch in ein Medaillon einarbeiten kann“, erzählt Lübbert. Der Tierarzt oder nächste Tierschutzverein kennt meist die Adressen von Tierbestattern, Tierfriedhöfen oder Tierkrematorien, die ein individuelles Angebot machen können. Informationen rund um Tierbestattungen sind auch auf der Verbandswebseite unter www.verstorbene-tiere.de > Fachbereiche > Tierbestattung zu finden.

Wie teuer ist eine Tierbestattung bzw. -einäscherung?

Es ist schwierig, eine allgemeine Aussage zu treffen. Das hängt einerseits mit der Größe des Tieres, aber andererseits auch mit den jeweiligen Wünschen des Tierhalters zusammen. „Ich denke, für eine Bestattung mit Grab muss man bei einem Haustier mit 150 bis 300 Euro rechnen“, schätzt Lübbert. Genau könne er es jedoch nicht sagen und rät, dass man das im Einzelfall mit dem Bestatter bespricht.

Mein Pferd ist gestorben. Kann ich es in meinem Garten begraben?

Im Unterschied zu Hund und Katze zählt ein Pferd nach heutiger Gesetzeslage nicht zu den Haustieren, sondern gilt als Nutztier. „Deshalb darf ich ein Pferd laut Verordnung auch nicht auf meinem Grundstück bestatten. Auch in Tierkrematorien dürfen sie nicht verbrannt werden, sodass man die Asche in einer Urne mitnehmen kann“, erklärt Lübbert. In einigen EU-Nachbarländern ist die Einäscherung von Pferden allerdings erlaubt. Es gibt einige Bestatter, die die Überführung des toten Pferdes ins Ausland zur Einäscherung anbieten.

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