zur Navigation springen
Neue Artikel

15. Dezember 2017 | 15:03 Uhr

Sound City : Die Kirche als Konzertsaal

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Saiten, Tasten und Orgelpfeifen erklangen während der Landesmusikschultage im Wittenberger Gotteshaus

von
erstellt am 21.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Zum Abschluss der Landesmusikschultage bekam die Wittenberger Stadtkirche noch einmal richtig Zulauf: Weil der Himmel alle Schleusen geöffnet hatte, verlegte die „Stadtverwaltung“ von SoundCity die Abschlussveranstaltung von der Hafenbühne kurzerhand in das Gotteshaus in der Altstadt.

 Während es auf den Open-Air-Bühnen auch mal krachend zur Sache ging, war die Stadtkirche am Wochenende Heimstatt der eher leiseren Töne im Programm. Streicher- und Gitarrenensembles, Akkordeonorchester und Chorgesang – hier bekam das Gehör die Chance, sich von der Dauerbeschallung draußen ein wenig zu erholen.

 In der Stunde vor Mitternacht allerdings durfte die Königin der Instrumente, die dreimanualige Pflug-Orgel, ins Geschehen eingreifen. Auch hier saß ein junges Talent an den Tasten: Deborah Frisch aus Lenzen. „Eigentlich habe ich Klavier gelernt“, berichtet sie. „Aber durch die Gottesdienste in Lenzen fing ich an, mich für das Orgelspiel zu interessieren und habe unter Anleitung von Lenzens Kantorin Cornelia Reuschel gelernt, neben den Händen auch noch die Füße einzusetzen.“

 Die Orgel in Wittenberge sei aber ganz anders zu spielen als die Lenzener. „Hier geht alles viel leichter, da der Tastendruck elektronisch ins Spielwerk übertragen wird und nicht mechanisch. Auch die Abstände der Fußpedale unterscheiden sich.“ In der Woche vor den Landesmusikschultagen hat Deborah mehrmals in der Stadtkirche geübt. „Ich hatte Werke von Händel vorbereitet, aber auch etwas Swing und einige Stücke, die nur auf den Manualen gespielt werden“, sagt sie. Es sei sicher nicht ihre beste Leistung gewesen, aber sie sei dennoch zufrieden. „Und Spaß gemacht hat es auf jeden Fall.“

 Auch Wittenberges Kantor Johannes Wauer ist zufrieden mit seiner jungen Kollegin. „Sie hat das wirklich gut gemacht. Es ist schön, wenn man die Orgel mal hören kann, ohne selbst konzentriert am Spieltisch zu sitzen.“

 Pfarrer Sacha Sommershof, der dritte Organist an diesem Abend, zieht ein positives Fazit zu den Landesmusikschultagen. „Es ist eine großartige Veranstaltung für die Stadt gewesen, und es ist schön, dass so viele Besucher auch in unsere Kirche gekommen sind“, sagt er und fügt augenzwinkernd hinzu, dass ihm eine volle Kirche zum Gottesdienst am Sonntag noch lieber wäre.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen