Kommentar : Die Kanzlerin konnte nur verlieren

svz.de von
16. Juli 2015, 21:55 Uhr

Die Kanzlerin hätte es ahnen können. Im Interview mit  YouTube-Star LeFloid am Montag warnte sie noch davor, dass im Internet schnell alle Hemmungen fallen – jetzt bekommt sie es selbst zu spüren. Das Flüchtlingsmädchen  Reem  bricht in Tränen aus. Merkel streichelt ihr über die Schulter. Eine unbeholfene Geste. Seitdem bricht eine Welle von Spott und Hohn über die Kanzlerin herein. Dass Merkel sich zuvor ausführlich mit dem Mädchen über ihre Situation unterhalten hatte – geschenkt. Es zählt nur das letzte Bild. Auch die eindeutige Rechtslage spielt keine Rolle. Die Kanzlerin konnte in dieser Situation nur verlieren. Zuckt sie angesichts der Ängste des Mädchens mit den Schultern, verhält sie sich herzlos. Sorgt sie für eine Ausnahme für Reem und ihre Familie, ist das ungerecht den Tausenden anderen Flüchtlingen gegenüber. Eine langfristige Lösung muss her, eine klare gesetzliche Grundlage. Die Wirtschaft fordert das schon lange.

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