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23. Oktober 2017 | 11:53 Uhr

Die Horror-Ärztin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Medizinerin in China verkaufte sieben Babys an Menschenschmuggler: Todesstrafe auf Bewährung

svz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Weil sie sieben Babys an Menschenhändler verkauft hat, ist eine Ärztin in China zu einer Todesstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Die Medizinerin hatte den Eltern vorgegaukelt, ihre Kinder litten an einer tödlichen Krankheit, bis diese sie weggaben, wie ein Gericht in Weinan im Nordwesten Chinas mitteilte.

In China zur Todesstrafe auf Bewährung Verurteilte können nach einem zweijährigen Vollzugsaufschub damit rechnen, dass die Strafe in lebenslange Haft oder 25 Jahre Gefängnis umgewandelt wird.

Die Geburtshelferin verkaufte ab 2011 laut Urteilsbegründung mindestens sieben Babys an Kinderhändler. Im Juli 2013 habe sie einen Jungen für 21 600 Yuan (2600 Euro) an Menschenhändler gegeben, die ihn für 59 800 Yuan (7250 Euro) weiterverkauften. Die Ärztin hatte die Taten vor Gericht gestanden. Ein Baby starb. Laut Gericht konnte die Polizei die anderen sechs finden und zu ihren Eltern zurückbringen.

Die Ärztin war im Juli aufgeflogen. Eine Mutter hatte sich an die Polizei gewandt, weil sie vermutete, dass ihr Kind entführt worden sei. Bei ihren Untersuchungen deckten die Ermittler den Babyschmugglerring auf. Sie fanden das Kind wenige Wochen später in einer benachbarten Provinz.

Vergangene Woche hatte vor einem anderen Gericht in Weinan die Verhandlung gegen vier weitere Verdächtige begonnen, darunter den Chef des Krankenhauses. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie ihre Dienstpflichten verletzt haben. Erst die Nachlässigkeit der Behördenvertreter und des Krankenhauspersonals habe den Babyhandel möglich gemacht, argumentierte die Staatsanwaltschaft laut chinesischen Staatsmedien.

Kinderhandel gilt als großes Problem in China. Immer wieder sprengen Behörden Netzwerke von Banden und befreien Dutzende Kinder. Die Paare, die Kinder kaufen, können oft selbst keine Kinder bekommen oder wollen Jungs haben. Zudem gab es mehrfach Berichte über verschleppte Kinder und Jugendliche, die als Arbeitskräfte etwa in Ziegelfabriken ausgebeutet wurden.

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