Splitter : Die holde Weiblichkeit hat ihren eigenen Klub

Weiberklub auf Tour.
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Weiberklub auf Tour.

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03. August 2016, 09:03 Uhr

„15 Jahre müssen es bestimmt sein, da die erste Einladung zum Weiberklub die Runde im Dorf machte“, überlegt Silvia Apelt. Es war am 27. November 2001, werden wir letztlich fündig. Von Anbeginn ist Silvia Apelt dabei. „Wir wollten einfach was für uns haben.“ So war der Weiberklub geboren, Geburtshelferin war damals Marianne Schulze. Einmal im Monat sind die Frauen des Dorfes entweder auf Achse oder treffen sich zum Schwätzchen. Am Muttertag werden die Drahtesel gesattelt und es geht auf Fahrt. „43 Kilometer in diesem Jahr, wenn ich das vorher gewusst hätte“, sagt Silvia Apelt und reibt sich den Allerwertesten. Auch wenn sie am Ende sprichwörtlich alle vom Rad gefallen sind, für einen Absacker reichte es immer noch. „ Das muss sein.“ 19 Mitglieder zählt der Klub, „jedes Weib ist aber herzlich willkommen. Wir kümmern uns eben auch um unsere Neuen“, sagt sie lachend.

Erstmalig hat Silvia Apelt auch den Hut auf im Erntefestkomitee. Keine Scheune, kein Drei-Tage-Fest, kein Theaterstück. „In diesem Jahr wird alles anders. Wir feiern zwei Tage und das im Saal. Freitag wird die Erntekrone gebunden, gibt es den Fackelumzug. Samstag geht es früh los mit dem Volleyballturnier. Den Ernteumzug begleitet der Putlitzer Fanfarenzug. Und zum Mittag gibt es eine kulinarische Premiere von unserem Koch im Dorf – den Groß Buchholzer Burger.

Hier haben die Männer das Sagen

Fußball und Groß Buchholz gehören einfach zusammen. Wolfgang Mostaller, seines Zeichens Vorsitzender des SV Groß Buchholz, weiß wovon er spricht. Seit Ende der 60er Jahre rollte das Leder über den Platz, zumindest einige Jahre. Anfang der 70er war wieder Schluss für fast 15 Jahre, erklärt er. Dann besannen sich die Groß Buchholzer, die damals in Gülitz und Nebelin kickten, auf ihren eigenen Platz. In einer abenteuerlichen Aktion machten sie aus dem naturbelassenen Wildwuchs wieder ein bespielbares Feld, die LPG spendierte die Tore, das Kind erhielt den Namen Traktor und nach der Wende wurde daraus SV Groß Buchholz. Bis 1995 hatte das kleine Dorf von A bis C alle Jugendabteilungen. Inzwischen sind die Spieler zu gestandenen Männer herangewachsen, die in der Kreisliga West und zwei auch bei Einheit Perleberg spielen. Auch sonst achtet das starke Geschlecht darauf, dass im Dorf Gleichberechtigung herrscht. „Wir haben unseren Männerklub, gehen bowlen, mal ins Kino. Zuletzt haben wir die Strohpuppen fürs Erntefest gebaut“, so Mostaller.

Von der Hofwehr zur Ortswehr

Am 24. Mai 1930 wurde die Freiwillige Feuerwehr Groß Buchholz gegründet. Vorher gab es eine sogenannte Hofwehr. Von jedem Hof musste ein Bewohner an regelmäßigen Übungen und notwendigen Einsätzen mit der Handfeuerspritze teilnehmen. In die Stammrolle der FFw Groß Buchholz wurden damals 18 Kameraden eingetragen. Erster Wehrführer (Oberführer) war der Land- und Gastwirt Hugo Kohlmetz. Die längste Zeit, 28 Jahre, stand Paul Preuß an der Spitze der Wehr, berichtet Joachim Jahrow, der 1996 die Wehrführung übernahm. 1878 wurde das noch heute existierende und 1984 erweiterte Spritzenhaus gebaut. In den 60er Jahren bekam die Wehr eine Tragkraftspritze TS8 mit entsprechendem Anhänger. Heute zählt die Wehr elf Kameraden, davon sind sieben in der aktiven Gruppe, unter ihnen eine Frau. Und seit 2012 gibt es auch wieder eine Jugendwehr, die heute sieben Nachwuchsblauröcke zählt, ist vom Ortswehrführer zu erfahren.

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