Die Geburt

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13. September 2012, 02:35 Uhr

Die Phasen der Geburt

Wie lange eine Geburt dauert, ist von Frau zu Frau verschieden. Auch wenn jede werdende Mutter sie anders empfindet, verläuft sie in den gleichen Phasen:

  • Eröffnungsphase: In dieser Phase setzen die Eröffnungswehen ein. Sie werden mit der Zeit immer stärker und öffnen nach und nach den Muttermund. Am Ende dieser Phase ist er vollständig geöffnet. Vor allem bei Erstgebärenden dauert diese Phase in der Regel sechs bis zwölf Stunden. Abweichungen davon sind aber nicht ungewöhnlich.

  • Übergangsphase: Der Muttermund ist geöffnet. Die Wehen sind jetzt sehr heftig und folgen in sehr kurzen Abständen. Bei manchen Frauen fühlt es sich an, als ob es nur noch eine „Dauerwehe“ gibt. Schon jetzt verspüren viele Frauen den Drang, zu pressen. Mitunter steht in dieser Phase der Kopf des Kindes dafür aber noch zu hoch. Dann raten Hebammen, die Wehe wegzuatmen oder wegzustöhnen. Diese Phase dauert in der Regel nur wenige Minuten.

  • Endphase: Jetzt kann die werdende Mutter aktiv werden und dem Pressdrang nachgeben. Mit aller Kraft schiebt die werdende Mutter ihr Baby durch den Geburtskanal, bis es aus dem Körper gleitet. Der Endspurt kann bis zu zwei Stunden dauern.

  • Nachgeburtsphase: Sie beginnt, wenn das Baby geboren ist. In dieser Phase zieht sich die Gebärmutter erneut zusammen, um die Plazenta und die Nabelschnur herauszustoßen. Auch dabei gibt es leichte Wehen. Viele Frauen nehmen sie nach der anstrengenden Geburt jedoch gar nicht richtig wahr. Die Nachgeburtsphase dauert meistens zwischen 10 Minuten und einer Stunde. Manchmal kommt die Plazenta nicht von allein. Dann kann es zum Beispiel helfen, wenn das Baby zum Saugen an die Brust gelegt wird. Dadurch werden bestimmte Hormone freigesetzt, durch die sich die Gebärmutter zusammenzieht. Im schlimmsten Fall wird sie operativ entfernt.


Alternativen zur Entbindung in der Klinik

Die Mehrheit der schwangeren Frauen entscheidet sich dafür, ihr Kind in einem Krankenhaus zur Welt zu bringen. Es gibt aber auch Alternativen dazu:

  • Hausgeburt: Wenn die Schwangerschaft komplikationslos verlaufen und keine anderen medizinischen Gründe dagegen sprechen, können Frauen auch zu Hause entbinden. Noch vor rund 100 Jahren war das die gängigste Form, ein Kind zur Welt zu bringen. In der Regel entscheiden sie sich ganz bewusst dafür, mit Hilfe ihrer Hebamme das Baby in den eigenen vier Wänden zur Welt zu bringen. Manchmal verpassen werdende Eltern aber auch den richtigen Zeitpunkt, in die Klinik zu fahren oder das Baby hat es besonders eilig, so dass sie von einer Hausgeburt überrascht werden. Die meisten Hausgeburten verlaufen komplikationslos. Lediglich in 15 Prozent der Fällen muss die Gebärende in ein Krankenhaus verlegt werden. Die Kosten für die Hausgeburt übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Ob diese auch die Pauschale für die Rufbereitschaft der Hebamme zahlen, ist von Kasse zu Kasse verschieden.
  • Geburtshaus: Das ist eine Einrichtung, die von Hebammen geleitet werden. In ihnen finden ambulante Geburten statt. Das bedeutet, dass die Frauen – sofern aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht – ein paar Stunden später nach der Geburt mit dem Baby nach Hause gehen. Geeignet ist diese Entbindungsvariante für Frauen, bei denen keine medizinischen Gründe für einen Entbindung in der Klinik sprechen. Manche Geburtshäuser ziehen für die Entbindung zusätzlich zur Hebamme einen Arzt hinzu. In der Regel arbeiten die Häuser eng mit Kliniken zusammen, sodass dass sowohl die Mutter als auch das Kind bei Bedarf schnell verlegt werden können. Die gesetzlichen Kassen übernehmen zwar die Kosten für die Betreuung vor der Geburt, für die Entbindung selbst und die Nachsorge. Mitunter kann den Müttern aber ein Selbstkostenanteil für die Benutzung des Geburtshauses entstehen.


Ambulante Entbindungen sind auch in der Klinik möglich. Auch hier können Mutter und Kind ein paar Stunden nach der Geburt nach Hause gehen, sofern es ihnen gut geht.

Wann kommt es zum Kaiserschnitt?

Bei einem Kaiserschnitt entscheidet man zwischen geplantem und ungeplantem Kaiserschnitt.

Bei ersterem steht schon vor der Geburt fest, dass das Baby nicht auf natürlichem Weg zur Welt kommt. Ein klassischer Grund dafür ist die Lage des Kindes, zum Beispiel wenn es nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Po oder den Füßen voran liegt. Auch ein besonders schmalen Becken der Mutter oder eine Plazenta, die vor dem Muttermund liegt, können einen Kaiserschnitt zur Folge haben. Ein geplanter Kaiserschnitt wird häufig mit einer Teilnarkose durchgeführt, sodass die Mutter bei vollem Bewusstsein ist und ihr Baby sofort sehen kann.

Bei einem ungeplanten Kaiserschnitt war die natürliche Geburt vorher bereits im Gange. Wenn sich dabei zum Beispiel die Herztöne des Babys verschlechtern, die Wehen zu schwach sind oder die Schwangere Fieber bekommt, müssen die Ärzte schnell handeln. Solche ungeplanten Operationen werden meistens unter Vollnarkose durchgeführt, weil sie schneller wirkt als eine Teilnarkose.

Um das Baby aus der Gebärmutter zu holen, macht der Arzt unterhalb der Schamhaargrenze einen etwa 12 bis 15 Zentimeter langen Schnitt. Bis zur Geburt vergehen dann nur noch ein paar Minuten.

Was gehört in die Kliniktasche?

Hebammen und Frauenärzte empfehlen, die Kliniktasche nicht erst mit Beginn der Wehen zu packen, sondern schon ein paar Wochen vorher.

Für die Entbindung: Wer keine Kliniksachen anziehen möchte, sollte ein bequemes Nachthemd, weites T-Shirt oder langes Hemd mitnehmen, bequeme (Haus-)Schuhe, gegebenenfalls warme Socken und einen Bade- oder Morgenmantel. Hilfreich sind auch Lippenpflegestifte und gegebenenfalls Haargummis. Manche Frauen empfinden auch Wasser aus einem Wassersprüher oder Thermalwasser fürs Gesicht als angenehm. In manchen Kliniken kann man auch seine eigene Musik oder Duftöle mitbringen.

Fürs Wochenbett gilt vor allem, bequem sollten die Sachen sein. In der Regel rechnet man mit mindestens einem Shirt oder Nachthemd pro Tag. Fürs Stillen ist es von Vorteil, wenn sich die Sachen vorn öffnen lassen. Beim Packen die Kleidung für die Heimfahrt nicht vergessen. Waschzeug, gegebenenfalls Handtücher und Still-BHs sollten ebenfalls nicht fehlen. Hinzu kommen Dinge für den persönlichen Bedarf wie Bücher, Schreibzeug, CDs, Fotoapparat usw.

Babys können in vielen Kliniken Kleidung aus dem Krankenhaus nutzen. Viele Eltern finden es aber schöner, ihnen auch schon dort eigene Sachen anzuziehen. Dann sollten genügend Strampler, Bodys, Socken, ein Mützchen und Sachen für den Heimweg nicht fehlen.

Diese Dokumente sind in der Regel nötig: Mutterpass, Chipkarte, Personalausweis bei unverheirateten Paaren die Geburtsurkunde der Mutter, bei verheirateten das Familienstammbuch.

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