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Die fünf Kategorien neuer Tier- und Pflanzenarten

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erstellt am 21.Apr.2013 | 06:25 Uhr

Die fünf Kategorien neuer Tier- und Pflanzenarten Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) unterscheidet folgende Gruppen:

1) Dynamische Heimische

Hierzu zählen Arten wie der Seeadler (Mitte des 20. Jahrhunderts hierzulande fast ausgestorben, heute wieder 700 Brutpaare), die Wildkatze oder auch die Europäische Stechpalme. Diesen Arten gelingt es, ihren Lebensraum in Deutschland dank günstiger Umweltveränderungen oder durch menschliche Hilfe von selbst zu erweitern. Hilfsmaßnahmen sind zum Beispiel vernetzte Biotope, Jagd- und Horstschutzzonen, reinere Gewässer oder Pestizidverbote.

2) Natürliche Einwanderer

Hierunter fallen bei uns bisher nicht heimische, aber europäische Arten, die sich auf natürlichem Wege nach Deutschland hinein verbreiten, so etwa die Türkentaube, der aus Südost-Europa stammende Goldschakal (im Bayerischen Wald) oder der Meerfenchel. Diese Pflanze der von Gischt benetzten Felsküsten wächst seit 2001 auch auf Helgoland, eine Folge höherer Wassertemperaturen in der Nordsee.

3) Natürliche Rückkehrer

In die Gruppe gehören einst bei uns heimische, aber ausgerottete Arten wie der Wolf, der Elch oder das Moosblümchen. Der Elch als Liebhaber großer feuchter Waldgebiete dürfte in Deutschland noch am ehesten im Oderbruch oder an der Mecklenburgischen Seenplatte eine Chance haben, sagt BfN-Präsidentin Beate Jessel. Bisher seien „meist junge Bullen gesichtet worden“, aber es fehle der Beweis, dass sich eine Population in Deutschland von selber reproduzieren könnte.

4) Nicht natürlich Wiederangesiedelte

Früher einmal heimische Arten wie Luchs, Biber, Würfelnatter, Stör oder Echter Eibisch (ein Malvengewächs) sind kontrolliert in Deutschland wieder ausgewildert worden. Erforderlich ist eine Genehmigung des BfN.

5) Eingeschleppte oder illegal in der Wildbahn Ausgesetzte

Diese gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten (Neobiota) stammen meist aus Ländern mit ähnlichen klimatischen und anderen ökologischen Bedingungen wie den USA oder China. Eisbären oder Pinguine hätten hierzulande keine Chance zu überleben. Über 800 Neobiota pflanzen sich derzeit erfolgreich in Deutschland fort, richten aber nur zum Teil, bisweilen jedoch erhebliche Schäden an oder könnten dies noch tun – so das noch ungewiss gefährliche Drüsige Springkraut oder der für heimische Laubgehölze bedrohliche Citrusbockkäfer.

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