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25. November 2017 | 09:10 Uhr

Trainingspartner : Die digitalen Trainingspartner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das können Sportuhren: Viele Funktionen der Smartwatches von der Zeit- bis zur Pulsmessung bieten Sportuhren schon seit Jahren.

Sportler lassen die meisten Funktionen von Smartwatches kalt. Denn das Erfassen ihrer Trainingsdaten beherrschen ihre Sportuhren längst. Der Unterschied: „Mit Sportuhren habe ich keine Interaktionsmöglichkeiten“, stellt Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) fest.

E-Mails empfangen, Facebook-Nachrichten lesen oder Anrufe entgegennehmen ist – anders als mit Smartwatches – in der Regel nicht mit Sportuhren möglich. Alles von der Zeit-, Geschwindigkeits-, Distanz- und Kalorienverbrauchsmessung über die Routennavigation oder Pulsmessung bis hin zum Intervall- und Pausentimer beherrschen die sportlichen Minicomputer am Handgelenk souverän. Sportuhren eignen sich insbesondere für Ausdauersportarten wie Laufen, Skilanglauf, Inline-Skating, Wandern oder Schneeschuhwandern.

Auch für Golf-, Tauch-, Segel- und Schwimmsport gibt es geeignete Uhren, die über sportartspezifische Funktionen verfügen. „Die Uhr sollte auf jeden Fall zu der betriebenen Sportart passen. Denn Läufer haben andere Anforderungen an die Sportuhr als Golfer oder Segelsportler“, sagt Sportwissenschaftler Froböse.

Vor dem Kauf sollte der Sportler wissen, welche Funktionen er benötigt. „Ist wirklich immer die Hightech-Version notwendig oder reicht vielleicht schon ein etwas einfacheres Modell?“, fragt Froböse. Zu viel des Guten sei mitunter kontraproduktiv: „Je umfangreicher die Funktionen sind, desto schwieriger sind sie auch für den Sportler zu bedienen.“ Viele nützliche Funktionen würden gar nicht genutzt. „Die Bedienung sollte nach einer kurzen Einführung durch einen Verkäufer relativ einfach und unkompliziert sein“, empfiehlt der Sportwissenschaftler. Wenn trotz einer Erklärung die meisten Funktionen nicht verständlich seien, sollte man auf ein leichter verständliches Modell umschwenken.

Ein Vergleich von Smartwatches und Sportuhren sei prinzipiell eher schwierig, sagt Peter Knaak von der Stiftung Warentest. „Smartwatches sind viel komfortabler.“ Dafür habe man bei Sportuhren viel mehr Auswertungsparameter und bei teureren Modellen oft auch einen GPS-Empfänger. „Die Kopplung über den Computer ist aber sehr umständlich“, gibt Knaak zu bedenken.

Einige Sportuhren lassen sich aber auch wie Smartwatches per Bluetooth mit Smartphones koppeln. Apps machen die Daten der Uhr auf Smartphone oder Tablet sichtbar und ermöglichen das Speichern von Zeiten, Srecken oder Kalorienverbräuchen. Die GPS-Ortung ist zumindest für Läufer im Trainingsalltag eine weniger wichtige Funktion. „Sie benötigen die Uhr vor allem zur Zeitmessung ihrer Laufabschnitte“, sagt Eberhard Vollmer vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Dies seien auch in Zukunft die wesentlichen Anforderungen, die Läufer an Sportuhren stellen würden.

Vor dem Kauf müsse der Sportler entscheiden, welche Anforderungen er an die Uhr stellt. „Dem einen ist die Bedienbarkeit wichtiger, dem anderen die Anzahl der Funktionen.“ Sportwissenschaftler Ingo Froböse hat in der Praxis sowohl positive als auch negative Effekte von Sportuhren auf das Training festgestellt. Ein Vorteil: „Bei der Nutzung einer Sportuhr und der daraus folgenden Trainingskontrolle kann durchaus Motivation gezogen werden, wenn sich die Erfolge und Verbesserungen durch das Training einstellen.“

Umgekehrt sei die ständige Kontrolle ein gefährlicher Nebeneffekt dieser Uhren. „Das kann schnell in eine falsche und negativ geprägte Richtung führen. Abhängigkeit kann eine Folge sein, wenn das Ziel immer höher, schneller, weiter und die Uhr ein ständiger Begleiter ist“, sagt Froböse und warnt: „Hier ist extreme Vorsicht geboten.“

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