Die Bahn wird wieder teurer

Bahnkunden müssen ab dem Winter beim Fahrkartenkauf tiefer in die Tasche greifen. dpa
Bahnkunden müssen ab dem Winter beim Fahrkartenkauf tiefer in die Tasche greifen. dpa

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25. September 2012, 07:09 Uhr

Berlin | Die Bahn bittet ihre Kunden wieder zur Kasse: Sie kündigte für den Fahrplanwechsel am 9. Dezember eine Preiserhöhung um 2,8 Prozent an. Sie begründete dies gestern vor allem mit gestiegenen Energiekosten.

Die Linkspartei forderte eine BahnCard für Geringverdiener zum Preis von fünf Euro. Ihr Vorsitzender Bernd Riexinger nannte die Erhöhung unter Hinweis auf den Gewinn des Unternehmens von mehr als zwei Milliarden Euro 2011, den der Staat "kassiere", "völlig überzogen". "So greift der Staat den Pendlern von hinten in die Tasche." Der Verkehrsclub VCD kritisierte, dass sich trotz der "neunten Fahrpreiserhöhung innerhalb von zehn Jahren" Zugangebot und Fahrpläne nicht verbessert hätten.

Die Bahn verzeichnete 2012 bisher ein Fahrgastplus von gut fünf Prozent im Fernverkehr. 2011 hatte das Staatsunternehmen die Preise um 3,9 Prozent erhöht.

Der für Personenverkehr zuständige Bahnvorstand Ulrich Homburg erklärte: "Wir erhöhen die Fahrpreise moderater als die anderen europäischen Bahnen und bleiben auch unter den Preissteigerungen der großen deutschen Nahverkehrsverbünde."

Die Bahn-Pläne im Detail: Einzelfahrkarten werden meist überdurchschnittlich teurer, dafür steigen die BahnCard-Preise moderater um 2,4 Prozent. Der Maximalpreis im deutschen Fernverkehr für die einfache Fahrt 2. Klasse steigt von 135 auf 139 Euro (plus drei Prozent). Die Preise im Fern- und Regionalverkehr werden gleichermaßen um 2,8 Prozent durchschnittlich angehoben. Für die vielgenutzte Strecke Schwerin-Hamburg beispielsweise erhöht sich der Preis damit von 23,30 auf 24,00 Euro. Mehr Geld müssen Bahnfahrer auch für das Schöne-Wochenende-Ticket und Ländertickets zahlen. Stabil bleiben sollen lediglich die Sparangebote mit 29 Euro innerhalb Deutschlands und 39 Euro für das Europa Spezial sowie die Kosten für die Platzreservierung.

Ausgewählte Beispiele:

Fernverkehr
Die wichtigsten Preisänderungen im Einzelnen.
• BahnCard 25 (2./1.Kl.): bisher 59/119 Euro, künftig 60/122 Euro
• BahnCard 25 ermäßigt: bisher 39/78 Euro, künftig 40/80 Euro
• BahnCard 50 (2./1.Kl.): bisher 240/482 Euro, künftig 247/496
• BahnCard 50 ermäßigt: 122/244 Euro, künftig 125/250 Euro
• BahnCard 100 (2./1.Kl.): bisher 3990/6690 Euro, 4090/6890

Möglicherweise werden BahnCard 25 um einen weiteren und BahnCard 50 um weitere zwei Euro teurer, falls die Bahn erfolgreich mit den Verkehrsverbünden um eine Ausweitung der City-Ticketfunktion auf den Startbahnhof verhandelt. Dann ist im Bahnticketpreis auch die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Startbahnhof enthalten und nicht nur, wie bisher, die Weiterfahrt am Zielbahnhof.

Nah- und Regionalverkehr
• Normal- und Zeitkartenpreise steigen um 2,8 Prozent
• Schönes-Wochenende-Ticket: bisher 40, künftig 42 Euro bei Internet- oder Automatenbuchung
• Länder-Tickets Baden-Württemberg, Mecklenburg/Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz/Saar, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Schleswig-Holstein: plus 1 Euro; Bayern um 0,50 Euro

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