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Die Affäre Wulff: Hauskredit, Rücktritt, Zapfenstreich

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erstellt am 08.Mär.2012 | 08:23 Uhr

Ein günstiger Privatkredit für sein Haus in Niedersachsen war der Anfang der Affäre. Am Ende stürzte Bundespräsident Christian Wulff über kostenlose Urlaube und seine Beziehung zu reichen Unternehmern. Ein Rückblick:

25. Oktober 2008: Christian Wulff, damals Ministerpräsident von Niedersachsen, bekommt von der Unternehmergattin Edith Geerkens einen Privatkredit über 500 000 Euro zum Kauf eines Hauses.

18. Februar 2010: Wulff antwortet auf eine mündliche Anfrage im niedersächsischen Landtag, dass es zwischen ihm und dem Unternehmer Egon Geerkens in den vergangenen zehn Jahren keine Geschäftsbeziehungen gegeben habe.

12. Dezember 2011: Wulff versucht während eines Staatsbesuchs im Ausland, "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann zu erreichen, um einen Bericht zur Finanzierung seines Privathauses zu verhindern oder zu verschieben.

13. Dezember: Die "Bild"-Zeitung berichtet erstmals über Wulffs umstrittene Hauskauf-Finanzierung.

15. Dezember: Der Bundespräsident bedauert in einer schriftlichen Mitteilung, den Kredit von Edith Geerkens vor dem niedersächsischen Landtag nicht erwähnt zu haben.

22. Dezember: Der Bundespräsident entschuldigt sich öffentlich für die entstandenen Irritationen. Zugleich entlässt er seinen Sprecher Olaf Glaeseker.

4. Januar 2012: Wulff gibt ARD und ZDF ein Interview, in dem er den Anruf bei Diekmann als "schweren Fehler" bezeichnet und volle Transparenz bei allen Fragen ankündigt.

19. Januar: Wegen Korruptionsverdachts lässt die Staatsanwaltschaft Glaesekers Haus und Büros durchsuchen.

8. Februar: Der Filmunternehmer David Groenewold soll einen Kurzurlaub auf Sylt zunächst bezahlt haben, berichtet die "Bild"- Zeitung. Wulff habe den Betrag später in bar beglichen, sagt dessen Anwalt Gernot Lehr.

16. Februar: Die Staatsanwaltschaft Hannover beantragt die Aufhebung der Immunität Wulffs, um Ermittlungen führen zu können. Grund ist der Anfangsverdacht der Vorteilsannahme wegen des Sylt-Urlaubs mit Groenewold.

17. Februar: Wulff erklärt seinen Rücktritt, woraufhin die Staatsanwaltschaft mit ihren Ermittlungen beginnt.

29. Februar: Das Bundespräsidialamt teilt mit, dass Wulff bis zu seinem Lebensende einen Ehrensold in Höhe seiner bisherigen Bezüge erhalten soll. Das sind 199 000 Euro pro Jahr.

2. März: Beamte des niedersächsischen Landeskriminalamts und ein Staatsanwalt durchsuchen Wulffs Wohnhaus in Großburgwedel.

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