Die 725-Tonnen-Maschine

Das Greifswalder Institut steht auch Besuchern offen.
Das Greifswalder Institut steht auch Besuchern offen.

svz.de von
10. August 2012, 09:33 Uhr

Greifswald | Mit der Fusionsforschungsanlage "Wendelstein 7-X" in Greifswald wollen Plasmaphysiker ab 2014 für den Zeitraum von voraussichtlich 15 Jahren die Praxisanforderungen für ein industriell betriebenes Fusionsforschungskraftwerk testen. Das vom Max-Planck-Institut betriebene Kraftwerk gilt als weltweit modernste Anlage des sogenannten Stellerator-Typs. Die ringförmige Fusionstestanlage wird einen Durchmesser von 16 Metern haben, fünf Meter hoch sein und etwa 725 Tonnen wiegen. In einem abgeschlossenen Ring, der von 70 Magnetspulen eingeschlossen ist, soll ein ionisiertes Wasserstoffplasma auf eine Temperatur von 100 Millionen Grad erhitzt und zur Fusion gebracht werden. Für das technisch komplizierte System ist neben einer 15-Megawatt-Plasmaheizung auch ein hocheffizientes Kühlsystem erforderlich. Nach einer europäischen Studie könnten frühestens 2045 die ersten industriellen Fusionskraftwerke am Netz sein. In ihnen sollen ähnlich wie auf der Sonnenoberfläche unter Freisetzung großer Energiemengen Wasserstoffkerne zu Helium verschmolzen werden. Als Rohstoffe dienen Deuterium und Lithium, die weltweit nahezu unbegrenzt in Wasser und Gesteinen verfügbar sind. In Fusionskraftwerken soll nur eine sehr begrenzte Menge Radioaktivität freigesetzt werden.


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