Splitter : Diakonisches Werk gibt Hilfe für Suchtkranke

Frank Lehmann vor der Rehaklinik
Frank Lehmann vor der Rehaklinik

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16. November 2015, 06:00 Uhr

Eine hohe Fluktuation der gemeldeten Einwohner hat Kuchelmiß vergleichsweise. Das liegt daran, dass ein gut Teil der Dorfbewohner im Ortsteil Serrahn nicht dauerhaft bleibt. Und doch, man muss wohl auch sagen leider, immer wieder von Neuankömmlingen abgelöst wird. Die zieht es ins hier ansässige Diakonische Werk, und oft nicht so ganz freiwillig. Seit 1971 Heinz Nitzsche das leer stehende Pfarrhaus als Suchthilfeeinrichtung herrichtete, finden hier Menschen mit einer Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten oder verbotenen Drogen professionell Hilfe. Basis für diese Arbeit von Heinz Nitzsche und seiner Frau Martina ist der christliche Glaube. Und es war eine Hingabe für ihre Aufgabe, die ihresgleichen sucht. Bis zu 30 suchtkranke Menschen lebten in dem alten Haus bei der Familie Nitzsche. „So erarbeitete sich Serrahn in der DDR als Geheimtipp, wenn es gar nicht mehr ging“, erzählt Frank Lehmann (57), Suchttherapeut, Sozialpädagoge und Leiter des erst kürzlich eröffneten Doppeldiagnosezentrums.

Die heutige gemeinnützige GmbH entwickelte sich zum heute größten Arbeitgeber in der Gemeinde Kuchelmiß. In Laufnähe können Suchtkranke in Serrahn die gesamte Betreuungspalette durchlaufen – SOS-Station, Suchtberatung, Rehaklinik, Betreutes Wohnen, Vor- und Nachsorgeeinrichtung… Mehr als 50 erfahrene Mitarbeiter betreuen ärztlich und sozialpädagogisch zeitgleich etwa 100 Menschen. Drei Monate bis zu einem Jahr dauert ihr stationärer Aufenthalt, für manche werden es mehrere Jahre. Frank Lehmann beschreibt ihr Ziel: mit den Betroffenen eine äußere Struktur erarbeiten, damit sich in ihrem Inneren eine eigene entwickeln kann – die sich hoffentlich längere Zeit hält.

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