DFB sagt Chile-Spiel ab: "Müssen innehalten"

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11. November 2009, 10:00 Uhr

Bonn | Der DFB hat nach dem Selbstmord von Robert Enke das Länderspiel gegen Chile abgesagt. Diese Entscheidung sei "alternativlos" gewesen, betonte DFB-Präsident Theo Zwanziger auf einer Pressekonferenz in Bonn. Die Partie gegen den WM-Teilnehmer hätte am Samstag in Köln stattfinden sollen. "Wir müssen auch einmal innehalten können", erklärte der Verbandschef tief bewegt.    Die Entscheidung wurde maßgeblich durch die bestürzten Reaktionen der 21 in Bonn versammelten Nationalspieler auf den Tod ihres beliebten und geschätzten Teamkollegen beeinflusst.  

Die Mannschaft verließ noch gestern das Quartier in Bonn. Sie soll nach einer Trauerfeier für Enke am Sonntag wieder in Düsseldorf zusammenkommen, um sich dann auf das letzte Länderspiel des Jahres am kommenden Mittwoch in Gelsenkirchen gegen die Elfenbeinküste vorzubereiten. "Die Mannschaft will sich von Robert verabschieden. Es hätte auch ein Abschiedsspiel gegen Chile sein können, aber es ist ein klares Gefühl, dass es zu früh käme", sagte Teammanager Oliver Bierhoff.    "So wie ich jetzt fühle", bemerkte der Manager unter Tränen, "fühlen sich auch die Spieler."

 Der chilenische Verband habe mit Verständnis auf die Spielabsage reagiert, berichtete Zwanziger. Die Südamerikaner befinden sich seit Montag in Leverkusen. Die Chilenen treten am Dienstag noch zu einer Partie gegen die Slowakei an.    

Eine Absage eines deutschen Länderspiels hatte es zuletzt am 20. April 1994 gegeben. Damals hatte allerdings der englische Verband aus Sicherheitsbedenken ein geplantes Freundschaftsspiel in Berlin abgesagt.

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