Deutsche Handballer mit Kraftakt zum Remis

Michael Theuerkauf (l.) erzielte in der 59. Minute den Treffer zum 34:34-Endstand. dpa
Michael Theuerkauf (l.) erzielte in der 59. Minute den Treffer zum 34:34-Endstand. dpa

Die Männer-Nationalmannschaft rettet nach einer schwachen ersten Halbzeit im zweiten EM-Spiel gegen Slowenien zumindest noch einen Punkt.

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20. Januar 2010, 10:50 Uhr

Innsbruck | Mit einem unvergleichlichen Kraftakt haben die deutschen Handballer bei der EM in Österreich im ersten Endspiel um den Einzug in die Hauptrunde ein Remis erkämpft. Nach bereits sechs Toren Rückstand schaffte der WM-Fünfte gestern in Innsbruck gegen Slowenien noch ein 34:34 (11:16). Durch den mit Leidenschaft und riesiger Moral erarbeiteten Punkt kann sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) weiter Hoffnungen auf die Hauptrunde machen. "Es ist ein kleines Wunder, dass wir ein Unentschieden geschafft haben", sagte Bundestrainer Heiner Brand erleichtert.

Im dritten Spiel trifft der EM-Vierte morgen (18.15 Uhr/ARD live) auf Schweden. Die erste Partie der Vorrundengruppe C hatte die deutsche Mannschaft gegen Polen mit 25:27 verloren. Bester DHB-Werfer war Christoph Theuerkauf, der mit seinem siebten Treffer in der 59. Minute den Punktgewinn sicherstellte.

"Wir haben wieder einmal zwei Gesichter gezeigt. Das war eine ganz, ganz schlechte erste Halbzeit. Aber wir haben wieder Moral gezeigt. Wir müssen ganz schnell dahinkommen, dass wir das 60 Minuten auf die Platte bekommen", forderte Oliver Roggisch. "Das ist auf jeden Fall ein gewonnener Punkt", atmete Michael Kraus auf. "Bei der Tour de France gibt es ein Trikot für den kämpferischsten Fahrer. Das hätten wir hier verdient", kommentierte Torwart Johannes Bitter.

Die deutsche Mannschaft erwischte einen Fehlstart wie selten. Dem EM-Vierten gelang nichts. Das Team um Spielmacher Kraus agierte nervös und fahrig. Haarsträubende Fehler prägten das deutsche Spiel. Vor dem slowenischen Tor wurden selbst gut herausgespielte Torchancen kläglich vergeben. Brand nahm schon nach neun Minuten beim Stand von 0:4 eine Auszeit, um seine Akteure zu mehr Konzentration zu ermahnen. Holger Glandorf beendete mit seinem Treffer zum 1:4 (10.) zwar die Torflaute, konnte seinem Team damit aber keine Initialzündung geben. Statt den Rückstand aufzuholen, verlor das DHB- Team immer weiter an Anschluss. Mit leichten Treffern gegen die ungewohnt löchrige deutsche Abwehr und Kontertoren zog Slowenien davon. Lediglich die Glanzparaden von Bitter gaben Anlass zur Hoffnung, dass das DHB-Team doch noch ins Spiel finden könnte. Doch bis zur Pause konnte der EM-Vierte nur noch auf 11:16 verkürzen.

Danach kehrte die lang vermisste Leidenschaft ins deutsche Team zurück. Angetrieben von wieder lautstarken Anhängern kam der WM-Fünfte durch Spielmacher Michael Haaß wieder heran und durch den überragenden Theuerkaufkurz vor Schluss auch noch zum Ausgleich.

Weiter, Gr. D: Tschechien - Frankreich 20:21 (10:16); Ungarn - Spanien 25:34 (9:17); Gr. C: Polen - Schweden 27:24 (15:14).

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