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25. November 2017 | 09:02 Uhr

Des Pudels Kernenergie

vom

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2013 | 07:50 Uhr

Der CDU-Landtagsabgeordnete Egbert Liskow hat gestern die leuchtende Zukunft schon mal etwas vorweggenommen und ein bisschen-lütt-nicht-ganz die Wahrheit gesagt. Das kann ja mal vorkommen! Per Pressemitteilung berichtete er, dass mit der Unterzeichnung einer Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern die Finanzierung des Kernfusionsprojektes Wendelstein 7-X in Greifswald bis 2019 gesichert ist. Tatsächlich unterschrieben hat aber erst der Bund. Auch, so Liskow, sei das Vorhaben nun haushälterisch untersetzt. Tatsächlich aber sind im Landesetat bislang nur bis 2016 Mittel eingeplant. So verkauft sich halt manchmal Politik – ein Staubsaugervertreter erzählt Ihnen ja auch nicht, dass ein wichtiges Teil noch in der Entwicklung ist.

Im Ernst: Das Argument Liskows, dass die enorme Summe von rund 55 Millionen Euro den Wissenschaftsstandort Greifswald stärke und damit auch viele Arbeitsplätze sichere, ist nicht von der Hand zu weisen. Aber richtiger ist: Das Geld wäre besser in einem Forschungszentrum für Speichertechnologien für erneuerbare Energien – bei denen das Land doch so gerne Vorreiter sein will – aufgehoben, wie es die Grünen fordern. Das kommt zum einen ebenso dem Standort zugute. Und zum anderen kann man gut auf Kern-Experimente verzichten, wenn eine Speichertechnologie entwickelt ist, die es möglich macht, Schwankungen im Netz auszugleichen. Das ist des Pudels Kern: Wer einen schönen Vorrat an erneuerbaren Energien im Sack hat, braucht keine Kernenergie mehr, vor der sich zudem viele Menschen ängstigen. Zumal niemand weiß, ob die Kernfusion funktioniert. Schließlich sollten die Ergebnisse der Sicherheitsüberprüfungen abgewartet werden, die das Land gerade erst in Auftrag gegeben hat, nachdem Zweifel an der Strahlensicherheit aufkamen. Ehe man in Jubel ausbricht.

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