Der Wahlverlierer: Ohne klares Profil in die Niederlage

Abgang: Mitt Romneydpa
Abgang: Mitt Romneydpa

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07. November 2012, 08:08 Uhr

Irgendwie muss Mitt Romney auf seinem Flug nach Boston, wo die Siegesfeier stattfinden sollte, das Unheil geahnt haben. "Meine Kampagne war nicht perfekt", gesteht er da plötzlich mitreisenden Journalisten ein, "aber ich bin sehr stolz." So spricht kein Sieger. Als die Fernsehsender Obama zum Gewinner erklären, herrscht im Kongresszentrum in Boston bereits Katerstimmung. Viele Anhänger verlassen den Saal, in dem der Sekt schal wird. Doch mit dem offiziellen Eingeständnis, verloren zu haben, und dem traditionellen Telefonat mit dem Sieger lässt sich Romney Zeit. Er will das Ende der Auszählungen in Ohio abwarten, obwohl CNN längst erklärt, er habe rechnerisch keine Chance mehr. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Erst um Mitternacht tritt er vor die Mikrofone und wünscht dem Präsidenten in einer kurzen, kraftlosen Rede "viel Glück". Zuvor hat er Obama persönlich gratuliert. Den Mitarbeitern und Fans dankt Romney mit den Worten: "Ihr seid die Besten." Eine Verliererrede hatte er absichtlich nicht geschrieben - und das rächt sich nun.

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