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20. November 2017 | 13:05 Uhr

Der Sonnen-Schlussverkauf

vom

svz.de von
erstellt am 23.Feb.2012 | 07:37 Uhr

Berlin | Die Solarförderung wird im Eiltempo gekürzt, die Energieeffizienzpläne der EU-Kommission sollen verhindert werden. Der monatelange Ministerstreit in der Bundesregierung ist beendet, einträchtig präsentierten Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) gestern ihre Pläne. Doch die Solarbranche läuft Sturm. Sinnvolle Korrektur oder Gefahr für die Energiewende? Christoph Slangen erklärt die wichtigsten Hintergründe.

Wird die Solarförderung drastisch gekappt?

Das Minister-Duo will eine schnelle Absenkung der Vergütung. Bereits zum Stichtag 9. März soll die Förderung für neue Anlagen um bis zu 30 Prozent gekürzt werden. Wenn die Pläne von Kabinett und Bundestag abgesegnet werden, wird es für Strom aus Dachanlagen (bis 10 Kilowatt) statt 24,43 Cent pro Kilowattstunde nur noch 19,5 Cent geben. Für Strom aus Anlagen bis 1000 Kilowatt werden nur noch 16,5 Cent pro Kilowattstunde gezahlt. Der Strom aus großen Solarparks bis zu 10 Megawatt wird nur noch mit 13,5 Cent vergütet. Weitere Neuerung: Die garantierte Förderung gilt nicht mehr für den gesamten erzeugten Sonnenstrom, sondern bei kleinen Dachanlagen nur noch für 85 Prozent, bei Solarparks für 90 Prozent.

Lohnt es sich in Zukunft noch, Solaranlagen vor bestimmten Stichtagen zu installieren?

Bisher setzte stets eine Art "Schlussverkauf" vor den Terminen der einzelnen Kürzungsschritte ein: Viele wollten sich noch die höhere Förderung sichern. Um einen solchen Ansturm zu verhindern, werden die Sätze in Zukunft in kleinen Schritten kontinuierlich gekürzt: Pro Monat sinkt die Vergütung ab Mai um 0,15 Cent je Kilowattstunde.

Steht die Solarbranche wegen der Kürzung vor dem Aus?

Die laute Kritik der Sonnenstrom-Lobby an dem Kompromiss zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium dürfte übertrieben sein - die Kürzung hätte nach dem alten Modell auf mittlere Sicht drastischer ausfallen können. Allerdings stehen die Solarfirmen ohnehin unter erheblichem Preisdruck. 70 bis 80 Prozent der Module kommen inzwischen aus China. Der Preiskampf ist hart. Deutsche Unternehmen müssen gegen Dumpingkonkurrenz ums Überleben kämpfen.

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