Der richtige Tarif fürs mobile Surfen

Internet-Anbindung für unterwegs: Das Surfen über UMTS ist im Vergleich zum Standard-DSL oft noch relativ kostspielig. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)
Internet-Anbindung für unterwegs: Das Surfen über UMTS ist im Vergleich zum Standard-DSL oft noch relativ kostspielig. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

Per Handy oder Notebook - immer mehr Menschen nutzen das Internet auch unterwegs. Die Provider haben sich auf die Nachfrage eingestellt und locken mit zahlreichen Angeboten. Doch nicht jeder Tarif für das mobile Internet-Vergnügen passt auch zum Surfverhalten des Kunden.

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08. Juli 2009, 05:57 Uhr

Hamburg (dpa/tmn) - Die Provider bieten unterschiedlichste Tarife für das mobile Internetsurfen an - von Tagestarifen über Monatsangebote bis hin zu Verträgen mit zweijähriger Mindestlaufzeit. Welchen Vertrag der Nutzer wählt, entscheidet das Surfverhalten, sagt Alexander Zollondz vom Online-Magazin «Netzwelt» in Hamburg. Gelegenheitssurfer greifen demnach am besten zu Tagestarifen. «Das ist eine gute Lösung, wenn man nur gelegentlich unterwegs seine E-Mails liest und nicht dauerhaft auf das Internet angewiesen ist.» Die getesteten Angebote für 24 Stunden lägen zwischen 2,50 Euro und 4,95 Euro - das ist relativ teuer.

USB-Surfsticks fürs mobile Surfen per Notebook

Wer täglich mobil online arbeitet und viel Datentransfer beansprucht, greift daher am besten zu einer monatlichen Flatrate. Wer einen Vertrag über 24 Monate abschließt, bekommt dazu oft ein Netbook. Wer täglich viel mit dem Internet arbeitet, wählt am besten ein UMTS-fähiges Netbook zusammen mit einem langfristigen Vertrag, empfiehlt auch Florian Müssig von der Computerzeitschrift «ct». Einzelne Geräte mit integriertem UMTS-Modem seien aber eher selten und schlagen für Gelegenheitsnutzer ohne Langzeitvertrag mit 50 bis 100 Euro mehr zu Buche.

Eine Alternative zu Geräten mit UMTS-Modem sind USB-Surfsticks. Die bietet jeder Provider an. Aber auch bei Anbietern wie Tchibo, Simyo oder Blau.de bekommt der Nutzer die USB-Sticks für den mobilen Internetzugang. Die SIM-Karte des Providers ist in den Stick eingesetzt und kann leicht ausgetauscht werden, wenn der Kunde den Mobilfunkanbieter wechseln möchte, erklärt Franz Neumeier von der Fachzeitschrift «Internet Magazin».

Flatrate ist nicht gleich Flatrate

Irreführend ist das Anpreisen der UMTS-Tarife als Flatrates. Bei den meisten Monats- und Tagesflatrates handele sich nicht um eine Flatrate im eigentlichen Sinne, erklärt Zollondz. Übersteigt die tatsächliche Nutzung ein bestimmtes Datenvolumen, könne es passieren, dass der Anwender plötzlich nur noch mit ISDN-Geschwindigkeit surft - und nicht mehr über das schnelle UMTS-Netz. «Bei den Tagesflatrates liegt das Freivolumen in der Regel bei einem Gigabyte.» Die Datenmenge sei bei Monatsangeboten mit bis zu zehn Gigabyte deutlich größer. Die Preisspanne liegt hier zwischen 9,90 und 25 Euro.

In Regionen mit schlechter DSL-Abdeckung könne die UMTS-Technik eine Alternative zum stationären Surfen sein. «Die Kosten haben sich in etwa denen einer DSL-Flatrate angeglichen.» Wichtig sei dann aber, dass die Netzabdeckung von UMTS auch wirklich ausreichend ist. «Am besten testet der Nutzer das vorher mit einem anderen USB-Surfstick», rät Neumeier. Manche Anbieter bieten den Stick auch einen Monat zur Probe an. Flatrate-Tarife von Anbietern wie Tchibo oder Fonic, die nicht direkt über den Netzbetreiber laufen, nutzen die gängigen Mobilfunknetze, sagt Zollondz. «Für den Nutzer macht das keinen Unterschied.» In jedem Fall sollten sich die mobilen Surfer aber die genauen vertraglichen Details anschauen.

Roaming-Gebühren entstehen dadurch, dass ein Netz benutzt wird, das nicht vom eigentlichen Anbieter selbst zur Verfügung gestellt wird, erklärt Neumeier. Das Surfen über die Landesgrenzen hinaus könne schnell empfindlich teuer werden. Am besten besorgt sich der Kunde die genauen Tarifbedingungen für das Ausland schriftlich. Denn auch auf Info-Hotlines der Anbieter sei oft kein Verlass.

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