Der Kürzungsplan

svz.de von
18. Juli 2012, 09:31 Uhr

Der geplante Stellenabbau bei Karstadt soll nach Angaben der Gewerkschaft Verdi in drei Wellen ablaufen. Dabei sollten 2013 etwa 900 Stellen wegfallen, 2014 nochmal 1000 und 2015 dann noch rund 100. "Wie sich das auf die einzelnen Standorte in Deutschland aufteilt, ist derzeit nur in Ansätzen auszumachen", sagte der Verdi-Handelsexperte für Baden-Württemberg, Bernhard Franke, gestern. Fest stehe jedoch, dass alle befristeten Stellen nicht verlängert würden. Durch die "Verschlankung der Verwaltung der Filialen" sollten bundesweit insgesamt 70 Arbeitsplätze wegfallen, in der Führung der Filialen zusätzliche 178 Stellen, hieß es weiter. Insgesamt sei die Streichung von 2000 Vollzeitstellen geplant. "Betroffen sind jedoch sehr wahrscheinlich viel mehr Menschen, da im Handel sehr viel in Teilzeit gearbeitet wird", so Franke.

Karstadt-Chef Andrew Jennings begründete die Einschnitte mit dem Konzernumbau und einem schwierigen Geschäftsumfeld wegen der Euro-Krise. Die Zahl der Karstadt-Filialen soll aber unverändert bleiben. "Wir machen das nicht, weil wir das wollen, aber aus geschäftlicher Sicht haben wir keine andere Wahl", sagte Jennings vor hunderten Mitarbeitern der Konzernzentrale in Essen. Er betonte, dass der Abbau so sozialverträglich erfolgen solle wie möglich.

Karstadt war 2009 in die Insolvenz gerutscht und ein Jahr später von dem Investor Nicolas Berggruen übernommen worden. Zur Rettung des Unternehmens hatten die Karstadt-Mitarbeiter zeitlich befristete Kürzungen beim Gehalt in Kauf genommen, die Vermieter der Häuser stimmten Mietsenkungen zu. Der Sanierungstarifvertrag läuft nun Ende August 2012 aus, dann werde Karstadt wieder zum Flächentarifvertrag des Einzelhandels zurückkehren, sagte Jennings.


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