Ortsbeiratsvorsitzende : „Der jüngste Stadtteil in Rostock"

Personal: Anette Niemeyer
Personal: Anette Niemeyer

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07. Januar 2016, 13:36 Uhr

Die KTV hat sich vom schlechteren Stadtteil zum Szeneviertel entwickelt, war lange „das “ Studentenviertel. Wie ist das heute, wer wohnt in der KTV?

Die KTV ist immer noch der jüngste Stadtteil in Rostock und wird stark durch junge Leute geprägt. Wohngemeinschaften sind hier eine normale Wohnform. Aber auch für Senioren ist die KTV aufgrund der kurzen Wege zu allen Versorgungseinrichtungen attraktiv.

Wo sehen Sie das Viertel in fünf Jahren, wo in 20?

Immer noch in der Hansestadt Rostock und hoffentlich nicht als „zweiten Prenzlauer Berg“.

Mit der Umgestaltung des Werftdreiecks zum Wohnquartier läuft gerade ein Mammutprojekt in der KTV – mit Bürgerbeteiligung, wie es sie sonst selten in Rostock gibt. Was bringt das neue Werftdreieck der KTV?

Das Werftdreieck wird natürlich Hunderte zusätzliche Einwohner für die KTV bringen. Mit der Wiro kann ein sozial durchmischtes Wohnquartier entstehen. Wenn es gelingt, auch soziale Einrichtungen wie zum Beispiel eine Kita zu integrieren und eine gute fußläufige Anbindung an die Kern-KTV zu realisieren, dann wird das Werftdreieck eine der beliebtesten Wohngegenden Rostocks werden und die KTV bereichern.

Obwohl die KTV Anlaufpunkt für Studenten ist, sind die Mieten dort fast so hoch wie in Stadtmitte. Sehen Sie darin schon eine Schwierigkeit?

Die hohen Mieten sind schon seit Jahren ein Problem. Familien mit normalen Einkommen gibt es deshalb immer weniger im Stadtteil. Zu einem lebendigen Stadtteil gehören aber alle Bevölkerungsgruppen. Der beginnenden sozialen Entmischung sollte die Stadt entgegenwirken.

Welche Probleme gibt es (sonst) im Stadtteil?

Probleme, mit denen sich der Ortsbeirat laufend beschäftigt, sind Ordnung und Sauberkeit sowie fehlende Parkplätze und Falschparker. Zugeparkte Gehwege und Kreuzungsbereiche sind ein Sicherheitsproblem besonders für Kinder auf ihrem Schulweg. Angesichts knapper Parkplätze ist es sehr ärgerlich, dass die Errichtung eines Parkhauses auf dem Polizeigelände durch die Wiro vom Innenministerium verhindert wurde. Eltern werden sicher die zu geringe Anzahl an Kita- und Hortplätzen als größtes Problem benennen.

Was hat sich der Beirat vorgenommen, zu bewältigen?

Vorgarten– und Werbesatzung stehen auf der Agenda für die nächsten beiden Jahre. Die Vorgartensatzung ist bereits in der Erarbeitungsphase, sodass diese in 2016 durch die Bürgerschaft beschlossen werden kann. Ergänzend muss durch Öffentlichkeitsarbeit der Wert der grünen Vorgärten für die KTV den Hauseigentümern näher gebracht werden. Der Ortsbeirat wird die Sanierung von Ulmen- und Maßmannstraße begleiten, für bessere Radwegeverbindungen und mehr Fahrradabstellmöglichkeiten eintreten sowie für die Förderung von Senioren- und Stadtteilarbeit.

Der Zulauf zu den Beiratssitzungen ist eher gering. Wünschen Sie sich mehr Beteiligung?

Die Teilnahme an den Sitzungen hängt stark von der Tagesordnung ab. Mit vielen Gästen können wir rechnen bei Themen von grundsätzlicher Bedeutung oder wenn Anwohner ganz konkret betroffen sind wie bei Straßensanierungen. Schade finde ich, wenn oft die Aufgabe des Beirates, die Interessenvertretung der Einwohner der KTV, nicht bekannt ist.
 

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