Der „Hase“ ist gelandet

Auf Tour: chinesischen Mondfahrzeugs  Jadehase
Auf Tour: chinesischen Mondfahrzeugs Jadehase

Besuch im All: China erreicht als dritte Nation den Mond / Raumfahrzeug ausgesetzt

svz.de von
16. Dezember 2013, 00:33 Uhr

Die erste chinesische Mondlandung ist ein Meilenstein in der Geschichte der jungen Raumfahrtnation. Jubelnd fielen sich die Verantwortlichen im Kontrollzentrum in Peking in die Arme, als das Raumschiff „Chang'e 3“ am Samstag wie geplant um 14.11 Uhr MEZ erfolgreich in der wunderschönen „Bucht der Regenbogen“ auf dem Mond landete. Das Staatsfernsehen berichtete von einem „großen Aufatmen“ unter den Wissenschaftlern.

Prompt begann die Diskussion, ob und wann China mit einem Astronauten in die Fußstapfen von Neil Armstrong treten wird – dem ersten Menschen auf dem Mond. „Der Adler ist gelandet“, hatte Armstrong verkündet, als die amerikanische Mondfähre am 21. Juli 1969 auf der Mondoberfläche aufgesetzt hatte. Als dritte Nation der Erde – nach den USA und der früheren Sowjetunion – folgt China dem Vorbild der Raumfahrtpioniere und bringt mit dem „Jadehasen“ gleich noch einen Rover mit auf den Mond.

„Wenn die Erfolge andauern, ist es wahrscheinlich, dass China seine Programme zu bemannten Mondflügen kombiniert. Es wäre nach den USA dann erst die zweite Nation, die so etwas unternimmt“, sagte die Expertin Johnson-Freese vom US Naval College. „China blickt aus den gleichen Gründen auf den Mond wie die USA vor mehr als 40 Jahren, darunter die technischen und wirtschaftlichen Nebeneffekte und die militärischen Anwendungen von Technologien, die zivilen und militärischen Zwecken gleichzeitig dienen.“

Auch der chinesische Professor Jiao Weixin von der Peking Universität hält einen bemannten Mondflug für möglich. „Wenn alle Schritte erfolgreich verlaufen, werden die Grundlagen gelegt, einen Menschen zum Mond zu schicken.“ Noch gebe es aber keine Entscheidung, geschweige denn einen Plan dafür.

Ein bemannter Mondflug Chinas ist nach Ansicht des australischen Experten Morris Jones ohnehin „nicht vor 2025 möglich“. Zwar seien Raumflüge heute technologisch leichter, doch blieben sie eine enorme Herausforderung, sagt Dean Cheng von der US-Denkfabrik Heritage Foundation.

China denkt sehr langfristig und zeigt auch Interesse an den Rohstoffen auf dem Mond – besonders Helium-3. Das Isotop gilt als möglicher Brennstoff für Kernfusionskraftwerke in ferner Zukunft. Solche Kraftwerke, die wie die Sonne Energie erzeugen sollen, könnten den Bedarf der Welt umweltfreundlich stillen. Auf der Erde gibt es nach Schätzungen aber nur 15 Tonnen Helium-3. Der führende Berater des chinesischen Mondprogramms, Ouyang Ziyuan, schätzte die Vorkommen auf dem Mond auf eine bis fünf Millionen Tonnen – genug, um den Energiebedarf auf der Erde für Tausende Jahre zu sichern.

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