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Drei Fragen an den Bürgermeister : Der große Wurf

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Idee: Amt und Stadt werden eins und bündeln Interessen

Seit sieben Jahren ist Marco Haurenherm Bürgermeister in Setzin. Wie er sich die Gemeinde der Zukunft vorstellt, erzählt er im Interview mit Franca Niendorf.

Was macht Ihre Gemeinde aus?

Wir leben hier sehr gut und ruhig. Hier ist quasi ein Stück heile Welt. Alle Ortsteile liegen verkehrsberuhigt und in der Natur. Ein großes Waldgebiet grenzt an. Die Leute schaffen sich ihre Rückzugsoasen. Trotzdem haben wir die Nähe zu den Hauptverkehrsadern. Und der Zusammenhalt ist da. Wir haben unsere Infrastruktur erhalten: die Seniorengruppe, den Sportverein, die Frauensportgruppe, die Feuerwehr und ein neues Dorfgemeinschaftshaus. Und wir setzen darauf, die Kita zu erhalten. Seit 2010 besteht auch eine gute Internetanbindung.

Was will die Gemeinde tun, um auch künftig bestehen zu können?

Wir versuchen, an der Infrastruktur festzuhalten. Aber die Leute müssen sich auch angesprochen fühlen, sie zu nutzen. Die Anonymität wächst nämlich auf dem Dorf auch. Doch das Dorfgemeinschaftshaus kann nur mit Leben gefühlt werden, wenn die Leute mitmachen. Außerdem ist ein Umdenken gefordert. Wenn jede Gemeinde weiter ihr eigenes Süppchen kocht, dann wird es wahrscheinlich immer mehr zu finanziellen Problemen führen. Man müsste die Kapazitäten bündeln. Die Gemeinden sind nicht alleine leistungsfähig, sie erhalten Schlüsselzuweisungen. Es wäre ein großer Wurf, wenn Stadt und Amt eins werden würden und wir ein Gebiet mit 20  000 Einwohnern hätten, das versucht, städtische und ländliche Interessen zu bündeln. Aber ich glaube, da sind wir noch weit von entfernt.

Was wünschen Sie sich vom Landkreis?

Wir haben das Problem mit den Kreisstraßen 25 und 12. Wir erwarten nicht viel, aber wir wollen eine gute Infrastruktur. Da lässt man uns alleine. Vier Millionen Euro Etat für 1000 Kilometer Straßen, das ist ein Armutszeugnis. Und es fehlt ein Konzept mit Kriterien wie Verkehrsbelastung, Alter oder Gefährdung. Wir müssen doch irgendwann mal dran sein.

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erstellt am 18.Mai.2016 | 09:30 Uhr

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