Der geteilte Norden

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25. Januar 2012, 08:57 Uhr

Die Diskussion um den Nordstaat kehrt in regelmäßigen Zyklen wieder. Das hat etwas mit Politik und Politikern zu tun, die wie jetzt in Schleswig-Holstein versuchen, im Wahlkampf Themen zu setzen. Das hat aber auch etwas mit der Realität zu tun, in der das Thema Nordstaat permanent präsent ist, ob man in den Staatskanzleien und Landtagen will oder nicht. Die Kirche hat es vorgemacht. Ausgerechnet in einer konservativen Wertegemeinschaft geht man voran in Richtung Nordkirche. Sicherlich vom Finanzdiktat gezwungen, aber nicht nur. Es ist absehbar, dass andere Institutionen folgen. Es gibt bereits Kooperationen zwischen den Industrie- und Handelskammern. Die Metropolregion Hamburg rückt zusammen, nachdem Ludwigslusts Landrat Rolf Christiansen (SPD) 15 Jahre dafür gekämpft hat, dass der Osten hinzukommt. Doch der Norden ist noch immer geteilt, in Ost und West, in Arm und Reich. Statt gemeinsamer Kooperation steht oft die Konkurrenz im Vordergrund. Die Konkurrenz um die Urlauber, die Konkurrenz um die Kreuzfahrtschiffe, die Konkurrenz der Häfen, der Unis und Hochschulen, die Konkurrenz der Verkehrswege, siehe Fehmarnbelt-Tunnel. Zweifellos ist eine gemeinsame Strategie zwischen den Nordlichtern dringend geboten. Deshalb ist es gut, wenn die Politik vorangeht - nicht nur in Wahlkampfzeiten. Gemeinsame Strategien sind für bundespolitische Debatten z.B. um den Länderfinanzausgleich überlebensnotwendig. Gemeinsames Vorgehen ist auch im Ostseeraum gegenüber Häfen und Werften im Osten hilfreich. In der Nordstaat-Diskussion sollte aber der zweite Schritt nicht vor dem ersten getan werden. Zuerst geht es um die Nord-Strategien, dann kann alles andere folgen. Doch schon die Strategie-Debatte setzt Augenhöhe voraus.

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